Attentate in Paris: Armee profitiert von der Terrorangst
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Attentate in ParisArmee profitiert von der Terrorangst

Nach den Anschlägen in Paris wird die französische Armee von Freiwilligen überrannt. Auch in der Schweiz wächst das Bedürfnis nach Sicherheit und Verteidigung.

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20M
Das Thema Militär und Polizei hat nach den Anschlägen in Paris wieder einen wichtigeren Stellenwert.

Das Thema Militär und Polizei hat nach den Anschlägen in Paris wieder einen wichtigeren Stellenwert.

Die Terroranschläge von Paris helfen der Armee. In Frankreich, das keine Wehrpflicht kennt, melden sich Hunderte zum Dienst. Aber auch in der Schweiz steigt die Akzeptanz des Militärs. «Einer der wichtigsten Werte unserer Gesellschaft ist nun wieder ins Zentrum der Diskussion gerutscht: Das Konzept der Sicherheit und der Nutzen von Polizei und Militär», sagt Denis Froidevaux, Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft zu «Le Matin».

Die Schweizer können sich zwar nicht freiwillig bei der Armee melden, doch ihr Wunsch nach Selbstverteidigung äussert sich in anderer Art: «Die Nachfrage nach Pfeffersprays hat seit den Anschlägen enorm zugenommen», heisst es beim Raider Shop in Yverdon, einem Geschäft für Militär- und Sicherheitsmaterial. «Die Leute wollen sogar Taser kaufen, obwohl diese verboten sind.»

Selbstverteidigungskurse im Trend

Auch Jean-Paul Maret, der im Wallis eine Selbstverteidigungs-Schule leitet, spürt den Trend: In den vergangenen Tagen hat er über 15 Anrufe erhalten – normalerweise seien es drei bis vier. «Ich spüre, dass die Menschen unsicherer sind. Sie wollen in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen.»

Man dürfe aber nicht vergessen, dass man nach drei Kurstagen noch kein Superheld sei. Oft sei immer noch die Flucht die beste Verteidigung. Gegen eine Bombe oder Schusswaffe sei ausserdem ohnehin wenig auszurichten. «Wie im Bataclan», so Maret.

Was machen Sie seit den Anschlägen in Paris anders? Besuchen Sie einen Selbstverteidigungskurs? Lernen Sie schiessen oder kaufen Sie einen Pfefferspray? Melden Sie sich bei uns und hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer: feedback@20minuten.ch.

Pfefferspray und Pistolen

Auch in Deutschland macht sich die Terrorangst bemerkbar. Noch nie besassen so viele Menschen Waffen. Die Pfefferspray-Verkäufe haben sich laut «Focus.de» innerhalb der letzten Monate verdoppelt. Auch das Abwehrspray CS-Gas und Schreckschusspistolen, für die man einen Waffenschein braucht, boomen derzeit. Die Lagerbestände der Händler sind vielerorts ausverkauft.

Die Waffenhändler spüren die erhöhte Nachfrage ebenfalls: «Der Umsatz hat sich ungefähr vervierfacht. Momentan mache ich den Monatsumsatz in einer Woche», sagt die Besitzerin eines Ladens zur Zeitung. Eine solche Nachfrage habe sie bisher noch nie erlebt.

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