Armeeabbau: Schmid schenkt Kantonen Gehör
Aktualisiert

Armeeabbau: Schmid schenkt Kantonen Gehör

Die Kantone sind mit ihren Anliegen zu den Abbauplänen bei der Armee durchgedrungen. Bundesrat Samuel Schmid genehmigte das Stationierungskonzept der Armee mit Anpassungen.

Bundesrat Samuel Schmid nimmt bei den Abbauplänen für die Armee Rücksicht auf Wünsche aus Kantonen. Er genehmigte das Stationierungskonzept mit kleineren Anpassungen, hielt aber an den Grundzügen fest. Der Bundesrat entscheidet 2006 definitiv.

Armeechef Christophe Keckeis hatte die Wünsche - vor allem aus der Zentral- und der Ostschweiz - mit den Kantonen diskutiert und Lösungen vereinbart. Einige seien berücksichtigt worden, teilte das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Donnerstag mit.

Gnadenfrist für Flugplatz Dübendorf

Eine Gnadenfrist erhält der Militärflugplatz Dübendorf ZH, obwohl der Kampfjet-Betrieb wie geplant Ende Jahr eingestellt wird. Der Flughafen bleibt drei Jahre länger, nämlich bis 2010 Helikopter- Dienststelle des Flugplatzes Emmen LU.

Zudem wurde eine Option auf eine Verlängerung bis Ende 2014 vereinbart. Damit soll den politischen Instanzen mehr Zeit für die Umnutzung des Flughafengeländes gegeben werden. Die Zürcher Regierung ist zufrieden.

Anpassungen für Ost- und Zentralschweiz

Mehrere kleinere Anpassungen betreffen die Ost- und die Zentralschweiz. Der Flugplatz in Alpnach OW wird als eine Dienststelle des Flugplatzes Emmen LU für Helikopter weitergeführt. Ein vorgesehener Kredit des Bundes für ein Sportzentrum in Andermatt UR wird freigegeben; es geht um 1,5 Mio. Franken.

Das Infrastrukturzentrum Andermatt wird weiterhin Arbeitsplätze im Kanton Tessin anbieten. Das Infrastrukturzentrum Mels SG erhält in Chur und Glarus Filialen. Der Militärflugplatz Mollis GL bleibt bis Ende 2007 als Alternativstandort für Dübendorf verfügbar.

Weitgehend zufriedene Westschweiz

In der Westschweiz und im Mittelland sei das vorgelegte Stationierungskonzept in der Vernehmlassung weitgehend akzeptiert worden, sagte Felix Endrich, Informationschef Verteidigung, auf Anfrage. Der Kanton Bern habe sich trotz einschneidender Abbauten für das Konzept ausgesprochen.

Das im Dezember 2004 präsentierte Stationierungskonzept der Armee sieht einen massiven Abbau von Infrastruktur und Stellen vor. Geplant sind noch fünf Logistikzentren in Grolley FR, Othmarsingen AG, Hinwil ZH, Monte Ceneri TI und Thun BE. In diesen Zentren wird Material, Munition oder Verpflegung aufbewahrt.

Für die Verwaltung der Armeebetriebe sind sechs Infrastrukturzentren in Thun, Grolley, St. Maurice VS, Othmarsingen, Mels und Andermatt geplant. Luftwaffen-Flugplätze gibt es noch in Emmen LU, Payerne VD, Sitten und Meiringen BE. Locarno soll für die Ausbildung und Bern-Belp als Basis für den Lufttransportdienst des Bundes genutzt werden.

Es bleibt beim Stellenabbau

An der Vorgabe ans VBS, bis Ende 2010 2500 Stellen abzubauen, änderten die Anpassungen nichts, sagte Felix Endrich. Die Anpassungen am Konzept müssten VBS-intern kompensiert werden. 1100 Stellen sollen schon bis Ende Jahr gestrichen werden.

Das Konzept sieht beim Personal bis 2007 jährliche Einsparungen von rund 100 Millionen Franken vor und bis Ende 2010 pro Jahr gegen 240 Millionen Franken. Per Ende 2006 wurden zudem die kantonalen Zeughäuser gekündigt; betroffen sind 460 Angestellte. Wie viel durch den Abbau beim Sachaufwand gespart wird, konnte Endrich noch nicht sagen.

(sda)

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