Aktualisiert 20.06.2008 20:40

Kander-DramaArmeechef Nef greift hart durch: «Ich will Ordnung in der Armee»

Nach dem Bootsunfall auf der Kander entlässt Armeechef Roland Nef Luftwaffenkommandant Walter Knutti. Eine exemplarische Massnahme: «Ich will Ordnung in der Armee. Wo keine Ordnung herrscht, werde ich sie durchsetzen», sagte Nef.

Selber bezeichnete er sich am Freitag vor den Bundeshausmedien als «vehementen Verfechter des Ordnungsprinzips». Sein Credo sei das Dienstreglement. «Danach führe und handle ich, und das erwarte ich auch von meinen Untergebenen», sagte Nef.

Daran hat sich Knutti nicht gehalten. Drei Dossiers mit Vorschlägen für die Ausbildung zu Generalstabsoffizieren hat er an den Chef der Armee zur Genehmigung weitergeleitet, ohne diese vorher selber zu überpüfen.

Darunter war auch jenes des Kommandanten der verunfallten Kompanie, obwohl der Hauptmann das Mindestalter von 30 Jahren nicht erfüllte. Die nach dem Unfall eingeleitete Untersuchung brachte weitere regelwidrige Vorschläge aus der Luftwaffe ans Licht.

Vertrauensbruch

Für Nef ist dies nicht nur eine Vorschriftswidrigkeit, sondern ein Vertrauensbruch. Es sie die Pflicht jedes Kommandanten eines grossen Verbandes, sich persönlich mit der Person eines Anwärters und dessen Eignung als Generalstabsoffizier auseinanderzusetzen.

Er als Chef der Armee müsse darauf vertrauen können, dass seine direkt Untergebenen diese Aufgabe wahrnähmen, sagte Nef. In einem grossen System wie der Armee passierten Fehler. Unregelmässigkeiten bei der Kaderselektion dürfe es aber nicht geben, betonte Nef.

Pro Jahr absolvieren 30 bis 40 Offiziere den Generalstabslehrgang. Nach Angaben des Armeechefs wurden bei den Vorschlägen der anderen Verbänden keine Unregelmässigkeiten festgestellt. Keine Konsequenzen gibt es auch für andere Angehörige der Luftwaffe. (sda)

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