Aktualisiert 22.04.2011 10:43

ThailandArmeechef weist Putschgerüchte zurück

Ausfallende Fernsehsignale und eine ungewöhnliche Militärübung haben in Thailand Gerüchte über einen Armeeputsch genährt. Es wäre der 19. in den letzten 81 Jahren. Der Armeechef dementiert jedoch.

Der thailändische Armeechef Prayuth Cha-ocha (Mitte rechts) bei einem Besuch in der Südprovinz Narathiwat.

Der thailändische Armeechef Prayuth Cha-ocha (Mitte rechts) bei einem Besuch in der Südprovinz Narathiwat.

Spekulationen hatten sich über Nacht wie ein Lauffeuer verbreitet, nachdem das Militär am Donnerstag eine ungewöhnliche Militärübung unweit von Bangkok abhielt.

Zudem fielen am Abend plötzlich die Fernsehsignale aus. Grund sei ein technischer Fehler gewesen, teilte die Regierung mit.

Bei neuen Kämpfen an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha sind mindestens zwei thailändische Soldaten getötet worden. Sieben weitere Soldaten wurden nach Angaben der Armee in Bangkok verletzt. Kambodscha sprach von einer «unprovozierten Attacke» der thailändischen Seite.

18 Armeeputschs seit 1930

Das thailändische Militär beteuerte unterdessen, nicht in die Innenpolitik eingreifen zu wollen. «Wir haben keine Putschabsichten», sagte Armeechef Prayuth Chan-ocha am Freitag bei seiner Rückkehr von einem Besuch im benachbarten Laos.

Das Militär hat seit den 1930er Jahren 18 mal geputscht, zuletzt 2006. Meist besetzt die Armee als erstes nationale Fernseh- und Radiosender - deshalb die Unruhe, als das Signal am Donnerstagabend ausfiel.

Thailand steht unmittelbar vor Wahlen. Das Parlament soll in den nächsten zwei Wochen aufgelöst werden, sagte ein Regierungssprecher. Das Land ist politisch tief gespalten. Der Wahlausgang ist völlig offen.

Vor einem Jahr beendete die Regierung einen wochenlangen Protest der oppositionellen Rothemden unter Einsatz von Panzern. Der Armeechef ist ein erklärter Gegner der Rothemden. (sda)

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