Armeewaffen: Schmid bleibt hart
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Armeewaffen: Schmid bleibt hart

Bundesrat Samuel Schmid glaubt auch nach dem Mordfall von Zürich-Höngg nicht an einen Erfolg der Waffenschutz-Initiative für die Lagerung der Armeewaffen im Zeughaus.

Er sei zuversichtlich, dass das Volk dieses Symbol des Vertrauens in den Bürger beibehalten werde, sagte Schmid in einem Interview der Zeitung «La Liberte». Schmid sieht weiterhin keinen Anlass, an der aktuellen Politik mit der Abgabe der Armeewaffe nach Hause etwas zu ändern. Der Mord von Zürich-Höngg mache betroffen, sagte er in einem Interview der Zeitungen «Der Bund» und «St. Galler Tagblatt». Es sei sehr bedauerlich, dass eine Person mit krankem Charakter ihre Krankheit mit einer Armeewaffe ausgelebt habe. Aber mit der Sache Armeewaffe habe der Fall eigentlich nichts zu tun, sagte Schmid. Man solle nicht 99,9 Prozent der Leute, die keine Probleme mit der Waffe hätten, über denselben Leisten schlagen nur wegen einzelner Missbrauchsfälle. Der Verteidigungsminister verwies darauf, dass bei Anzeichen einer Bedrohung die Waffe eingezogen werden kann und die Taschenmunition nicht mehr abgegeben wird. «Wir haben situationsgerecht auf die gesellschaftliche Veränderung reagiert», sagte Schmid. Tötungsdelikte könnten letztlich mit keiner Massnahme gänzlich ausgeschlossen werden. Zur Lösung im Kanton Genf, wo die Waffe freiwillig im Zeughaus abgegeben werden kann, bekräftigte Schmid, dass dies dem Bundesrecht nicht entspreche. Er werde die Sache aber mit den kantonalen Sicherheitsdirektoren besprechen. (dapd)

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