Publiziert

Kannibalismus-Fantasien und sexuelle GewaltArmie Hammer nimmt Stellung zu den Anschuldigungen

Mehrere Frauen werfen dem Hollywoodstar vor, er habe ihnen sexuelle Gewalt angetan. Alles Bullshit, sagt nun Armie Hammer und wirft gleichzeitig sein Filmprojekt hin.

von
Katja Fischer

US-Regisseurin und -Produzentin Emily Kretzer verteidigt Frauen, die ihre Story mit Armie Hammer teilen.

Imago/Instagram emkretz/Invideo/Schimun Krausz

Darum gehts

  • Mehrere Frauen haben schwere Vorwürfe gegen Armie Hammer erhoben.

  • Es geht um sexuelle Gewalt, BDSM-Treffen und kannibalistische Fantasien.

  • Jetzt meldete sich der Hollywoodstar zu Wort und bestreitet die Anschuldigungen.

  • Aus Rücksicht auf seine Kinder hat Hammer sein neues Filmprojekt aber gekündigt.

Armie Hammer (34) wird nicht für «Shotgun Wedding» vor der Kamera stehen, das berichten unterschiedliche US-Medien unisono. Die Action-Komödie mit Jennifer Lopez (51) in der Hauptrolle hätte in diesem Jahr produziert werden sollen.

Damit zieht der Schauspieler die Konsequenzen nach den jüngsten Anschuldigungen gegen ihn: Unterschiedliche Frauen werfen ihm vor, ihre Grenzen beim BDSM-Sex ignoriert zu haben. Ausserdem habe er ihnen gegenüber klare kannibalistische Fantasien kommuniziert. Screenshots, DM-Konversationen und Videos von Blessuren, die in den sozialen Medien im Umlauf sind, sollen dies belegen.

Bist du oder jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

«Bösartige und falsche Online-Attacken»

Ein Produktionssprecher bestätigt Hammers Rücktritt gegenüber Pagesix.com. Armie habe darum geben, sich vom Film zurückziehen zu können, «und wir unterstützen ihn bei seiner Entscheidung». Seine Rolle werde neu vergeben.

Auch Hammer hat sich inzwischen zu Wort gemeldet. Und klargestellt: «Ich werde nicht auf diese Bullshit-Vorwürfe reagieren», so der Schauspieler, «aber angesichts der bösartigen und falschen Online-Attacken gegen mich, kann ich meine Kinder jetzt nicht guten Gewissens für vier Monate verlassen, um einen Film in der Dominikanischen Republik zu drehen.» Die Produktionsfirma unterstütze ihn, dafür sei er sehr dankbar.

Frauen zeigen sehr ähnliche Screenshots

Ob die geleakten Nachrichten, die von Hammer stammen sollen, echt sind, ist unklar. Ein anonymer Social-Media-Account namens @houseoffice hatte sie vor einigen Tagen in Umlauf gebracht. Auch in der Nacht auf Mittwoch (Schweizer Zeit) hat die Betreiberin neue Screenshots öffentlich gemacht.

Die Nachrichten sollen teilweise aus dem Jahr 2017 sein, als Hammer noch mit seiner Ehefrau Elizabeth Chambers (38) zusammen war. Die beiden haben sich im Sommer 2020 getrennt und zwei gemeinsame Kinder.

Social-Media-Unserinnen und -User sprachen teils von Fake-Nachrichten und machten sich gar lustig über die Sache. Allerdings berichteten weitere Frauen von ähnlichen Erlebnissen mit Armie Hammer und zeigten ebenfalls sehr ähnliche Screenshots.

20 Minuten zeigt die Screenshots bewusst nicht, hat hier aber einen Teil ihrer Inhalte zusammengefasst (TW/Trigger-Warnung: sexuelle Gewalt und Kannibalismus).

«Warum zweifeln wir Opfer satt Täter an?»

Autorin Jessica Ciencin Henriquez (35), die mit Hammer im September ein Date gehabt haben soll und ihn später auf Instagram blockierte, stellte sich auf Twitter hinter die Frauen. «Wenn ihr euch immer noch fragt, ob die Armie-Hammer-DMs echt sind (und das sind sie), dann solltet ihr euch vielleicht mal überlegen, warum wir in einer Kultur leben, in der wir eher die Opfer statt die Täter anzweifeln», twitterte sie.

Andere Frauen aus dem Hollywood-Umfeld teilten zudem mit, dass sie schon von solchen Storys mit Hammer gehört hätten. Aber ohne Beweise nicht gewusst hätten, ob sie sie glauben sollen – das habe sich nun aber geändert.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.