Streit um CDU-Vorsitz – Armin Laschet sorgt mit doppeldeutigen Aussagen für Verwirrung
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Streit um CDU-VorsitzArmin Laschet sorgt mit doppeldeutigen Aussagen für Verwirrung

Der Kanzlerkandidat gab in einer Pressekonferenz zwar an, dass die Partei einen personellen Neuanfang brauche, ob er dafür aber zur Seite tritt, bleibt unklar.

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Armin Laschet tritt (noch nicht) als Vorsitzender der CDU zurück.

Armin Laschet tritt (noch nicht) als Vorsitzender der CDU zurück.

Michael Kappeler/dpa
An einer Pressekonferenz am Donnerstagabend gab er doppeldeutige Aussagen zu seiner persönlichen Zukunft.

An einer Pressekonferenz am Donnerstagabend gab er doppeldeutige Aussagen zu seiner persönlichen Zukunft.

Oliver Berg/dpa
Eigentlich war von Laschet erwartet worden, dass er die Konsequenzen aus dem schlechten Wahlresultat seiner Partei in den deutschen Bundestagswahlen zieht.

Eigentlich war von Laschet erwartet worden, dass er die Konsequenzen aus dem schlechten Wahlresultat seiner Partei in den deutschen Bundestagswahlen zieht.

AFP

Darum gehts

  • Die Zeit von Armin Laschet als Vorsitzender der CDU könnte bald zu Ende sein.

  • An einer Pressekonferenz gab er bekannt, für personelle Veränderungen an der Parteispitze offen zu sein.

  • Ein Sonderparteitag soll Klarheit bringen. Ob Laschet dort aber wirklich abtritt, bleibt unklar.

CDU-Chef Armin Laschet könnte demnächst als Chef der CDU zurücktreten. An einer Pressekonferenz am Donnerstagabend kündigte er einen «personellen Neuanfang» der Partei an. Diese müsse die Wahl-Niederlage nun aufarbeiten. Ob Laschet dabei den Lead behält, bleibt aber auch nach der Pressekonferenz unklar. «Es geht nicht um die Person Armin Laschet, es geht um das Land», sagte der 60-jährige amtierende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen dazu.

Laschet betonte, dass die die Partei nun alles dafür tun müsse, dass eine Jamaika-Koalition zustande komme. In den Gesprächen mit FDP und Grünen habe er deutlich gemacht: «An der Person wird es nicht scheitern.» Dies habe er auch der Unionsfraktion berichtet. «Das grosse Projekt Jamaika wird nicht am Personal scheitern.»

Neubesetzung in Nordrhein-Westfalen als Vorbild

Am Donnerstagnachmittag machte die Nachricht über einen möglichen Rücktritt Laschets in Berlin die Runde, nachdem Interna aus einer Schaltkonferenz mit der Bundestagsfraktion öffentlich wurden. Laschet soll dort zu seinen Kolleginnen und Kollegen gesagt haben: «Wenn es mit anderen Personen besser geht, dann gerne.» An der Pressekonferenz rund eine Stunde später vermied er es aber, seinen Rücktritt bekanntzugeben. Der Auftritt sorgt in Deutschland für Verwunderung. Die «Bild»-Zeitung sprach in ihrer Live-Berichterstattung von einer «absurden» Situation.

In der Parteisitzung hatte Laschet zudem erklärt, dass die Partei keine Schlacht mehr zwischen Personen brauche, sondern einen gemeinsamen Konsensvorschlag – so wie er es in Nordrhein-Westfalen jetzt mit Hendrik Wüst gemacht habe. Laschet hatte den nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Wüst am Dienstag für seine Nachfolge als Ministerpräsident und als CDU-Landesparteichef vorgeschlagen.

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(DPA/pme)

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