Aktualisiert 01.06.2010 13:34

Er kommtArmstrong an der Tour de Suisse

Die Veranstalter der Tour de Suisse (12. bis 20. Juni) haben ihren Wunschfahrer. Lance Armstrong trifft auf Schweizer Strassen seine letzten Vorbereitungen für die Tour de France.

Die Teilnahme des Amerikaners zeichnete sich ab, nachdem Armstrong zu Beginn der 5. Etappe der Kalifornien-Rundfahrt gestürzt war, danach sein Start an der Luxemburg-Rundfahrt bekannt geworden war und sich vor allen Dingen die Vermutung gehalten hatte, der Texaner wolle seinem grossen Gegenspieler Alberto Contador aus dem Weg gehen. Der Spanier holt sich den letzten Schliff für die «grande boucle» im teilweise parallel zur Tour de Suisse rollenden Dauphiné Libéré.

«Wir wussten seit zwei Wochen, dass er bei uns am Start sein wird. Über die Teilnahme von Armstrong bin ich glücklich. Für die Schweizer Rundfahrt ist es gut, dass er dabei ist», erklärte Tour- Direktor Armin Meier an einer Medienkonferenz in Liestal. Die ersten Kontakte des Organisators der Schweizer Rundfahrt mit dem Team Radioshack gab es im Januar und Februar, als sich der Teammanager Johan Bruyneel nach dem Etappen-Plan der Tour de Suisse erkundigte. Danach herrschte Funkstille, bis die Kontakte vor wenigen Wochen erneuert wurden. «Nein, Geld ist keines geflossen, damit Armstrong an unseren Anlass kommt», wehrte Meier eine entsprechende Frage ab. Mit einer finanziellen Avance sei bisher lediglich einmal Jan Ullrich der Start an der Tour de Suisse schmackhaft gemacht worden.

Armstrong wird zum vierten Mal an der Tour de Suisse starten. Vor neun Jahren hat er die Landesrundfahrt für sich entschieden. Damals war das Zeitfahren im Wallis mit der Schlussrampe hinauf nach Crans- Montana der Grund für Armstrongs Reise in die Schweiz. In der Tour de France 2001 stand eine ähnliche Prüfung im Programm.

Verpflichtet wurden die Sportgruppen des ProTour-Zirkels. Zudem erhielten das Cervélo Test Team, Vacansoleil und das BMC Racing Team eine Wildcard. Die Truppe von Andy Rihs war wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Zürcher Unternehmer und dem Veranstalter der Tour de Suisse in den letzten Jahren nicht dabei. «Wir haben uns zu einem Mittagessen getroffen und die Differenzen bereinigt», hielt Armin Meier zur früheren Fehde fest. Ihm liege daran, dass er den Grossteil der Schweizer Radprofis an der nationalen Rundfahrt dabei habe. Deshalb sei es ihm ein Anliegen gewesen, die Angelegenheit mit den Verantwortlichen des Teams BMC zu bereinigen.

Aus den neun Etappen ragt das sechste Teilstück heraus. Es führt den Tross über 213 km von Meiringen nach La Punt und beinhaltet die Pässe Susten, Oberalp und Albula. Die Streckenbauer haben eine totale Höhendifferenz von 4716 Metern errechnet. Dieser Schwierigkeitsgrad lässt erahnen, dass der Gesamtsieger kaum wie letztes Jahr Fabian Cancellara heissen wird. Aller Voraussicht nach wird der Berner aber zum Auftakt das Zeitfahren der 1. Etappe in Lugano für sich entscheiden und somit der erste Leader der Rundfahrt sein. Auch in der abschliessenden Prüfung gegen die Uhr in Liestal über 26,9 km wird der Name Cancellara an vorderster Stelle stehen. (si)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.