Im Jahr 2011: Armut in der Schweiz nimmt nicht ab
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Im Jahr 2011Armut in der Schweiz nimmt nicht ab

Über eine Million Menschen sind in der Schweiz von der Armut bedroht, fast 600'000 sind direkt betroffen. Besonders gefährdet sind Personen mit schlechter Bildung und Ältere.

von
rey

Jede 13. Person in der Schweiz hat 2011 in der Schweiz ein Leben in Armut geführt. Das sind rund 580'000 Menschen. Über eine Million galten als armutsgefährdet. Alleinerziehende, Personen mit geringer Bildung und Ältere waren besonders von Armut betroffen.

Gegenüber 2010 veränderte sich die Armutsquote nur unwesentlich, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. 7,6 Prozent der Bevölkerung mussten mit einem Haushaltseinkommen unterhalb der absoluten Armutsgrenze auskommen. 2010 waren es 7,9 Prozent gewesen. Seit Beginn der Datenerhebung ging die Armut in der Schweiz allerdings um fast 2 Prozent zurück.

Besonders viele Arme ohne Schulbildung

2011 lag die Armutsgrenze für Einzelpersonen bei durchschnittlich 2200 Franken pro Monat, bei zwei Erwachsenen mit zwei Kindern bei 4050 Franken. Davon müssen der allgemeine Lebensunterhalt sowie die Wohnkosten und Versicherungen (ohne Krankenversicherung) bezahlt werden.

Personen ohne nachobligatorische Schulbildung waren 2011 fast doppelt so häufig arm wie jene mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II (13,7 Prozent gegenüber 6,9 Prozent). Die Armutsquote der Frauen lag mit 8,6 Prozent über jener der Männer mit 6,7 Prozent.

Personen ab 65 Jahren wiesen mit 16,1 Prozent ebenfalls eine überdurchschnittlich hohe Armutsquote auf. Bei den Rentnern dürfen die Zahlen allerdings nur mit Vorsicht interpretiert werden, weil allfällige Vermögen nicht mit berücksichtigt werden. Nach Haushaltsform betrachtet, litten Personen in Einelternfamilien mit 21,9 Prozent am häufigsten unter Armut. (rey/sda)

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