Aktualisiert 19.01.2005 14:08

Armut und Terrorismus als wichtigste Probleme

Wenn es nach der Weltbevölkerung ginge, müssten sich die Mächtigen vorab mit Armut, Hunger und Terrorismus beschäftigen, wie eine Umfrage im Auftrag des WEF ergab. Während für viele Schweizer Armut das Hauptproblem darstellt, ist dies für die US-Bürger der Terrorismus.

Diesen Problemen sollte nach Meinung der Mehrheit Priorität eingeräumt werden, wie eine Umfrage im Auftrag des WEF ergab.

Die Bekämpfung von Armut und Terrorismus stehen für je 14 Prozent der Befragten im Vordergrund, gefolgt von der Verhinderung von Krieg und der Förderung des Wirtschaftswachstums (je 13 Prozent), wie den am Mittwoch publizierten Resultaten zu entnehmen ist.

Wichtigstes Anliegen der Schweizerinnen und Schweizer ist die Verkleinerung der Kluft zwischen Arm und Reich. 18 Prozent der Befragten nannten diesen Punkt an erster Stelle, weltweit waren es 7 Prozent. Nur mittleres Gewicht hat bei der Schweizer Bevölkerung mit 8 Prozent der Kampf gegen den Terrorismus.

Terrorismus vorab in den USA wichtig

Für die US-Amerikaner hat die Terrorismusbekämpfung hingegen erste Priorität: 26 Prozent sehen darin die zentrale Aufgabe der Leader. Die Lateinamerikaner nannten mit 30 Prozent überdurchschnittlich oft die Ausrottung von extremer Armut als Hauptanliegen.

Im asiatischen Pazifikraum glauben 21 Prozent der Menschen, dass sich die Mächtigen in erster Linie mit der Ankurbelung des Wirtschaftswachstums beschäftigen sollten. Weltweit mittleres Gewicht hat die Forderung der Bevölkerung nach mehr Umweltschutz (8 Prozent).

Schlechte Noten für die Leader

Mit den Entscheidungsträgern ist die Weltbevölkerung nicht zufrieden: Drei von vier Befragten (73 Prozent) finden, dass für die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger sowie für die Verkleinerung der Kluft zwischen Arm und Reich zu wenig getan wird.

Die Kritik kommt primär aus Westeuropa. Die Amerikaner sind mit dem Engagement der Leader weniger unzufrieden, die Schweizer und Schweizerinnen hingegen noch unzufriedener als der Durchschnitt der Europäer.

Die Umfrage wurde im Rahmen des Berichts «Voice of the people» im Auftrag des WEF von Gallup International durchgeführt. Befragt wurden über 60 000 Menschen in mehr als 60 Ländern. Ende letzten Jahres wurden Resultate zu anderen Teilen des Berichts publiziert.

(sda)

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