Erst ein Transfer: Arsenal-Fans werden langsam ungeduldig
Aktualisiert

Erst ein TransferArsenal-Fans werden langsam ungeduldig

Die Fans von Arsenal warten seit acht Jahren auf den nächsten Titel. Dass der ehemalige Erfolgstrainer Arsène Wenger auf dem Transfermarkt nicht zuschlägt, steigert die Unruhe im Umfeld der «Gunners».

von
pre

Die Fans des FC Arsenal gehen auf die Barrikaden. Nach der 1:3-Niederlage zum Saisonauftakt gegen Aston Villa hat sich die einflussreiche Fan-Vereinigung «Arsenal Supporters Trust» öffentlich gegen die Vertragsverlängerung von Arsène Wenger ausgesprochen. Die Fans des 13-fachen englischen Meisters haben den Trainer als Schuldigen für die verfehlte Personalpolitik ausgemacht. «Wir halten das Angebot eines neuen Vertrages für unangebracht», schrieb die AST in einem «Communiqué».

Der Unmut der Fans war auch im Stadion zu spüren. «Spend, spend, spend», war auf einem hochgehaltenen Plakat zu lesen. «Spend some fucking money!» (Gib endlich das verdammte Geld aus!), auf einem anderen. Adressat der Plakate war natürlich wieder Arsène Wenger. Der Franzose hat in diesem Sommer noch keinen grossen Fisch vom Transfermarkt gezogen, obwohl gemäss dem Verein rund 80 Millionen Euro für Einkäufe zur Verfügung stünden.

Gleich mehrfach abgeblitzt

Trotz intensiver Bemühungen sind die Wunschtranfers von Luis Suárez (Liverpool), Wayne Rooney (Manchester United), Gonzalo Higuaín (von Real Madrid zum SSC Napoli), Lars Bender (Bayer Leverkusen) oder Luiz Gustavo (von Bayern München zum WfL Wolfsburg) allesamt gescheitert. Im Visier haben die «Gunners» nun das Duo Michu und Ashley Williams von Swansea City, Paul Pogba von Juventus Turin, Yohan Cabaye von Newcastle United und Iker Casillas von Real Madrid. Doch auch bei diesen Stars scheint Arsenal auf Granit zu beissen. So bleibt der 20-jährige Stürmer Yaya Sanogo, der ablösefrei aus St-Etienne kam, vorerst der einzige Neuzugang.

Wenger versucht sich vor dem Hinspiel im Champions-League-Playoff gegen Fenerbahce Istanbul zu verteidigen. «Ich möchte betonen, dass wir in den letzten 16 Jahren in Sachen Transfers sehr erfolgreich waren. Schauen Sie sich die Spieler an, die gegen Istanbul auf dem Feld stehen werden. Das sind alles Topspieler», so der Erfolgstrainer, der Arsenal zu fünf Meisterschaften geführt hat. «Nicht immer ist das andere besser als das, was du hast. Wenn wir keine Spieler kaufen, dann nur deshalb, weil wir keine finden.»

Giroud fordert neuen Stürmer

Mittlerweile wächst die Unruhe aber selbst in der Mannschaft. «Meiner Meinung nach brauchen wir einen weiteren Stürmer, aber das dauert anscheinend», beklagt sich beispielsweise Angreifer Olivier Giroud. Zum Transfer-Problem kommen die zahlreichen Verletzten: In Istanbul muss Wenger auf Mikel Arteta, Thomas Vermaelen, Alex Oxlade-Chamberlain, Abou Diaby sowie Nacho Monreal verzichten.

Selbst wenn Arsenal bis zum Ende des Transferfensters am 2. September den einen oder anderen Topstar verpflichten sollte, die Versöhnung mit den Fans geht nur über die Resultate. Qualifizieren sich die Londoner gegen Fenerbahce für die Gruppenphase der Champions League und spielt man trotz ausgedünnten Kaders in der Premier League oben mit, sind die missglückten Transfers bald kein Thema mehr. Bleiben die Erfolgsmomente jedoch aus, droht Wenger und seinen Spielern ein ungemütlicher Herbst.

Deine Meinung