Aktualisiert 05.03.2008 14:16

Arsenal haut Milan raus

Die AC Milan ist als Titelverteidiger im Achtelfinal der Champions League gescheitert. Nach dem 0:0 bei Arsenal unterlagen die Italiener daheim 0:2. Die Tore durch Cesc Fabregas und Emmanuel Adebayor fielen in den letzten sechs Minuten.

Relativ souverän sicherten sich in der ersten Tranche der Achtelfinal-Rückspiele am Dienstag der FC Barcelona und Manchester United ihr Viertelfinal-Ticket. Barcelona kam nach dem 3:2 bei Celtic Glasgow auch daheim zu einem 1:0-Sieg. Manchester United schlug Lyon im Old Trafford dank Christiano Ronaldo mit dem gleichen Resultat. Das Hinspiel hatte 1:1 geendet. Am umstrittensten war das Duell zwischen Sevilla und Fernerbahce Istanbul. Die Türken setzten sich erst im Penaltyschiessen durch.

Milan zu harmlos für Arsenal

Der Titelverteidiger AC Milan konnte gegen Arsenal seine gute Ausgangslage aus dem Hinspiel (0:0) daheim nicht in die sechste Viertelfinal-Qualifikation in Folge ummünzen. In den letzten sechs Minuten trafen Fabregas und Adebayor zum verdienten 2:0-Sieg für die «Gunners».

Als alles auf eine Verlängerung hindeutete, überraschte Cesc Fabregas nicht nur Milans Goalie Zeljko Kalac mit seinem Weitschuss aus rund 30 Metern. Der Ball wurde scheinbar länger und länger und landete in der tiefen, linken Torecke. Als Milan endlich konsequent die Offensive suchte, gelang Emmanuel Adebayor mit seinem ersten Champions-League-Treffer überhaupt die endgültige Entscheidung. Es war für die engagierteren Gäste über die 180 Minuten eine verdiente Qualifikation gegen die siebenfachen Sieger dieses Wettbewerbs.

Arsenal spielbestimmend

Die AC Milan wies zwar vor der Partie eine beinahe makellos Heimbilanz gegen englische Vereine auf (7 Siege, 4 Unentschieden). Dennoch war es Arsenal, das wie eine Heimmanschaft antrat. Die Londoner hatten mehr Ballbesitz, waren in der Offensive zwingender und einfallsreicher, ohne überragend zu sein. Ein wichtiger Faktor war die einzige Arsenal-Sturmspitze Adebayor. Der Angreifer aus Togo, zweitbester Torschütze der Premier League, brachte die italienische Abwehr um Alessandro Nesta immer wieder in Verlegenheit. Er stand mit seinem Dribbling in der 34. Minute auch am Ursprung der besten Torchance der ersten Halbzeit: Cesc Fabregas traf aus 16 Metern nur die Latte.

Die gefährlichen Aktionen spielten sich mehrheitlich im Strafraum der Mailänder ab. Philippe Senderos, der in der Innenverteidigung neben William Gallas spielte, fand hin und wieder sogar die Zeit, sich in den Angriff einzuschalten. In der 48. Minute kam er aus vielversprechender Position zum Abschluss, der Schuss fiel aber harmlos aus. Oftmals kombinierte der Premier- League-Leader ansprechend und mit grosser technischer Fertigkeit. Die Zielstrebigkeit liess das Team des Elsässers Arsène Wenger bis zum 1:0 von Fabregas aber allzu oft vermissen.

Milan nur im Ansatz gefährlich

Was Milan bot, entsprach nicht dem Ruf des Titelverteidigers. Nur Mitte der ersten Halbzeit und für rund zehn Minuten gelang es den Italienern, konstant Druck zu entwickeln, so wie das die über 80 000 Zuschauer im Giueseppe-Meazza-Stadion erwartet hatten. Ansonsten ging halbwegs gelungenen Angriffen der Gastgeber eine Einzelaktion voraus, meistens von Kaka oder dem 18-jährigen Stürmer Pato. Die Wirkung solcher Angriffe war nicht nachhaltig. Zu einem Treffer hätten sie trotzdem führen können. Sowohl Kaka als auch Pato kamen einige Mal zum Abschluss.

Die gefährlichste Mailänder Aktion entsprangen aber Standardsituationen. Ein 30-Meter-Freistoss von Andrea Pirlo zwang Arsenals Goalie Manuel Almunia in der 54. Minute zur heikelsten Intervention. Damit ist auch alles über die Leistung Milans gesagt. Das selbe Kunststück wie letztes Jahr - in der Meisterschaft flop, in der Champions League top - konnte nicht gelingen. Milan spielte schlichtwegs nicht wie ein potentieller Champions-League-Sieger.

ManU und seine Heimstärke

Manchester United darf weiterhin vom zweiten Titel nach jenem aus dem Jahr 1999 träumen. Die «Red Devils» warfen mit dem Gesamtskore von 2:1 Olympique Lyon aus dem Wettbewerb. Zudem egalisierten sie einen Rekord.

ManU feierte in der Champions League seinen 10. Heimsieg in Folge. Dieses Kunststück ist bisher nur Juventus Turin zwischen 1996 und 1998 gelungen. Für den Unterschied zu Gunsten von Manchester sorgte wie so oft Cristiano Ronaldo. Der portugiesische Internationale erzielte kurz vor der Pause mit dem 1:0 sein sechstes Tor in der laufenden Kampagne. Er hatte nach einem Gewühl im Strafraum am schnellsten reagiert und aus spitzem Winkel Lyon- Torhüter Grégory Coupet bezwungen.

Der Tabellenzweite der Premier League darf sich auch bei Carlos Tevez für das Weiterkommen bedanken. Dem Argentinier war im Hinspiel kurz vor Schluss der enorm wichtige Ausgleich zum 1:1 gelungen.

Manchester United suchte in der ersten Halbzeit sein Heil in der Offensive. Trotzdem resultierten wenig gute Chancen. Im Abschluss fehlte es meistens an der Präzision. Im zweiten Abschnitt liessen die Schützlinge von Sir Alex Ferguson einige Kontermöglichkeiten verstreichen, weshalb sie bis zum Schlusspfiff zittern mussten. Die beste Chance für den französischen Serienmeister vergab der Ivorer Kader Keita sechs Minuten nach seiner Einwechslung mit einem Pfostenschuss (74.). Karim Benzema konnte für einmal wenig Einfluss aufs Spiel nehmen. Der Topskorer der Ligue 1 war zu sehr auf sich alleine gestellt. Auf der Gegenseite blieb Wayne Rooney praktisch ohne Wirkung.

Barça souverän in die Viertelfinals

Celtic Glasgow hat das Wunder nicht vollbracht. Der schottische Meister verlor nach dem Hinspiel (2:3) auch das Rückspiel (0:1) gegen den FC Barcelona. Für die Spanier traf Xavi schon kurz nach dem Anpfiff.

Das Weiterkommen von Barça geriet während der ganzen Partie nie in Gefahr. Nach dem halbaren 1:0 von Xavi in der 3. Minute hätte Celtic mindestens drei Tore benötigt, um die Sensation noch zu schaffen. Dem Team von Gordon Strachan traute man dies nicht zu, obwohl es vor zwei Wochen zu Hause sehr effizient aufgetreten war (zwei Tore aus vier Chancen, nur 37 Prozent Ballbesitz). Celtic hatte nicht die Mittel, um Ronaldinho, Deco und Co. Paroli zu bieten. Die Grün-Weissen sind mit dem Gesamtskore von 2:4 noch gut bedient.

Das Starensemble von Barcelona liess in vereinzelten Szenen seine Klasse aufblitzen, es konzentrierte sich jedoch schon früh auf das Verwalten des beruhigenden Vorsprungs. Für die Meisterschaft war dies sicher förderlich. Die Mannen von Trainer Frank Rijkaard liegen seit der 2:4-Niederlage vom Samstag gegen Atletico Madrid fünf Zähler hinter Erzrivale Real Madrid.

Einziger Wermutstropfen für Barcelona: Lionel Messi, vor der gestrigen Runde mit sechs Treffern bester Torschütze der laufenden Champions-League-Saison, musste nach einer halben Stunde unter Tränen das Feld verlassen. Beim argentinischen Internationalen besteht der Verdacht auf Muskelfaserriss oder eine Bänderverletzung.

Volkan vom Depp zum Matchwinner

Fenerbahce Istanbul ist erstmals in die Viertelfinals der Champions League vorgestossen. Die Türken schlugen den FC Sevilla nach Penaltyschiessen. Das Tor zum 2:3 für Fenerbahce, das dem Team von Zico den Weg in die Verlängerung ebnete, fiel erst in der 79. Minute.

Im siebten Penaltyschiessen der Champions-League-Geschichte avancierte Fenerbahces Goalie Volkan mit drei gehaltenen Elfmetern zum Matchwinner. Zuletzt parierte er den Versuch des Brasilianers Daniel Alves. Dass Volkan zum Held wurde, hätte nach zehn Minuten in der regulären Spielzeit niemand gedacht. Er schien mit zwei Fehlern die Chancen seiner Mannschaft, zunichte gemacht zu haben. Zweimal griff der potentielle Stammkeeper vom Schweizer EM-Gegner Türkei in der Anfangsphase peinlich daneben und liess die Weitschüsse von Alves und Seydou Keita passieren.

Doch die Türken zeigten Moral. Der Brasilianer Deivid verkürzte zunächst auf 1:2 und in der 79. Minute auf 2:3, wodurch im torreichen Duell eine Verlängerung notwendig wurde. In den zusätzlichen 30 Minuten machte sich bei allen Akteueren die Müdikeit bemerkbar, auch bei Busacca, der nach 112 Minuten kurz gepflegt werden musste. Dass das Penaltyschiessen dann 3:2 endete, überraschte niemanden.

Uefa Champions League, Achtelfinal Rückspiele

Sevilla - Fenerbahce 3:2 (3:2, 3:1) n.V.; Fenerbahce 3:2-Sieger im Penaltyschiessen.

Ramon Sanchez Pizjuan. - 48 000 Zuschauer. - SR Busacca (Sz). -

Tore: 5. Alves 1:0. 10. Keita 2:0. 20. Deivid 2:1. 41. Kanouté 3:1. 79. Deivid 3:2.

Penaltyschiessen: Kanouté 1:0. Vederson 1:1; Escudé (Fenerbahce-Goalie Volkan hält) 1:1. Edu (Sevilla-Goalie Palop hält) 1:1; Dragutinovic 2:1. Aurelio 2:2. Maresca (Volkan hält); Kezman 2:3. Daniel Alves (Volkan hält) 2:3.

Milan - Arsenal 0:2 (0:0)

Giuseppe Meazza. - 81 879 Zuschauer. - SR Plautz (Ö).

Tore: 84. Fabregas 0:1. 92. Adebayor 0:2.

Milan: Kalac; Oddo, Nesta, Kaladze, Maldini; Gattuso, Pirlo, Ambrosini; Kaka; Inzaghi (69. Gilardino), Pato.

Arsenal: Almunia; Sagna, Gallas, Senderos, Clichy; Eboué (71. Walcott), Flamini, Fabregas, Diaby; Hleb (90. Gilberto); Adebayor.

Bemerkungen: Milan ohne Rolando, Jankulovski, Dida und Emerson (alle verletzt). Arsenal ohne Djourou, Touré, Eduardo, Rosicky und Song (alle verletzt). 34. Lattenschuss von Fabregas. Verwarnungen: 33. Hleb (Unsportlichkeit/»Schwalbe»). 55. Inzaghi. 56. Eboué. 72. Clichy. 80. Kaka. 85. Pirlo (alle Foul).

ManU - Lyon 1:0 (1:0)

Old Trafford. - 70 000 Zuschauer. - SR Rosetti (It).

Tor: 41. Cristiano Ronaldo 1:0.

Manchester: Van der Sar; Brown, Ferdinand, Vidic, Evra; Fletcher, Carrick, Anderson (70. Tevez); Cristiano Ronaldo (92. Hargreaves), Rooney, Nani.

Lyon: Coupet; Clerc, Squillaci, Cris, Grosso; Juninho, Toulalan, Källström; Ben Arfa, Benzema, Govou (68. Keita).

Bemerkungen: Manchester ohne Giggs, Neville und Silvestre (alle verletzt). Lyon ohne Müller (verletzt) und Réveillère (gesperrt). 74. Pfostenschuss Keita. Verwarnungen: 3. Evra (Foul). 22. Grosso (Reklamieren). 43. Nani. 55. Squillaci. 73. Fletcher (alle Foul).

Barcelona - Celtic 1:0 (1:0)

Camp Nou. - 95 000 Zuschauer. - SR Vink (Ho).

Tor: 3. Xavi 1:0.

Barcelona: Valdés; Zambrotta, Thuram, Puyol, Sylvinho; Xavi (82. Gudjohnsen), Yaya Touré (68. Edmilson), Deco; Messi (38. Henry), Eto'o, Ronaldinho.

Bemerkungen: Barcelona ohne Marquez und Oleguer (beide verletzt).

Tore: 3. Xavi 1:0.

LIVE-TICKER

94. Schlusspfiff in Mailand, Arsenal schafft die Sensation und wirft Milan auf eigenem Boden aus der Champions League.

92. Tor für Arsenal, Walcott bereitet ideal für Adebayor vor, der nur noch einschieben muss - 0:2.

90. Vier Minuten Nachspielzeit.

89. Almunia spielt jetzt auf Zeit, mimt den Schwerverletzten, Wenger nutzt die Gelegenheit und bringt Gilberto für Hleb.

86. Gelb für Pirlo, der seinen Frust entladen muss. Das Gegentor fiel wie aus dem Nichts, Milan müsste jetzt noch zwei Tore schiessen...

85. Tor für Arsenal! Fabregas zieht aus gut 20m ab und lässt Kalac mit einem gezielten Schuss ins untere linke Eck keine Chance, auch wenn der Ball haltbar schien, die Schuld ist kaum bei Keeper zu suchen.

80. Gelb für Kaka wegen Ballwegschlagen. Milan wirkt nervös, bisher ist das Spiel nicht so gelaufen, wie sich das die Rossoneri wohl gedacht haben.

78. Pato kann sich auf rechts gegen Clichy durchsetzen, sein Schuss wird aber von Senderos ins Out abgelenkt.

74. Konfusion im Mailänder Strafraum, Hleb könnte schiessen, zieht aber einmal mehr ein Pass dem finalen Schuss vor, Chance dahin.

72. Gelb für Clichy, lässt Pirlo über die Klinge springen.

70. Auch Arsenal wechselt, Wenger bringt Walcott für Eboué neu ins Spiel.

69. Wechsel bei Milan, der glücklose Inzaghi muss für Alberto Gilardino weichen.

64. Das Spiel geht langsam in die entscheidende Phase, Arsenal momentan mit leichten Vorteilen, Milan geht kein Risiko ein und hofft auf Inzaghi oder Kaka.

60. Gattuso rutscht auf dem glitschigen Terrain in Diaby rein und muss kurz gepflegt werden.

55. Das Spiel wird intensiver, die Zweikämpfe härter, Eboue kassiert Gelb für übermotiviertes Einsteigen.

47. Senderos vergibt die bisher grösste Chance für die Gunners, aber mit dem Fuss ist der Verteidiger nicht so stark wie mit dem Kopf, Glück für Milan, dass er Kalac gleich in die Arme schiesst.

46. Die 2. Hälfte beginnt, Arsenal mit dem Anstoss.

46. Pause in Mailand. 0:0 nach einer doch recht intensiv geführten 1. Halbzeit. Milan zu Beginn stärker und nahe am Führungstor, Arsenal hat sich mit zunehmender Spieldauer mehr Ballbesitz und damit auch mehr Spielanteile erobern können.

40. Senderos kann sich gegen Pato nur mit einem Foul behelfen.

39. Milan wirkt momentan ein wenig verunsichert, Arsenal wagt sich mehr und mehr in die Offensive.

34. Lattenknaller von Fabregas, da wäre Kalac geschlagen gegeben, die Vorbereitung kam einmal mehr von Adebayor.

33. Hleb holt sich eine Gelbe ab, statt Foulspiel Nesta entscheidet der Schiri Schwalbe Hleb.

28. Superaktion von Adebayor, der Togolese dribbelt sich schön durch und visiert das entfernte Eck perfekt an - Kalac im Milan-Tor wehrt brillant ab.

24. Der letzte Pass kommt bei Milan noch nicht an, aber die Arsenal-Abwehr macht keinen allzu stabilen Eindruck.

22. Milan macht weiter Druck, diesmal kommt Kaka über rechts und zieht mit links ab, Almunia aber auch diesmal sicher.

19. Kaka läuft auf links allen davon und sieht Pato in der Mitte, spielt zentimetergenau auf den jungen Star, dessen Abschluss Almunia aber in keinster Weise vor Probleme stellt.

15. Die Startviertelstunde ist vorbei, Milan mit mehr Ballbesitz, Arsenal hält aber dagegen und versucht vor allem, Topscorer Adebayor in Stellung zu bringen.

14. Im Gegenzug kommt Inzaghi ebenfalls zum Abschluss, aber zu wenig Kraft hinter seinem Schuss.

13. Chance für Arsenal, Adebayor legt auf Diaby zurück, dessen gezirkelter Schuss aus knapp 17m verfehlt das Tor nur knapp.

10. Gallas muss nach einem Kopfballduell mit Nesta kurz gepflegt werden.

8. Es brennt im Strafraum von Arsenal, die Engländer kriegen den Ball nicht weg, Milan macht mächtig Druck.

7. Pato setzt sich auf der linken Seite durch und fackelt nicht lange, aber der Torerfolg bleibt ihm noch verwehrt.

5. Milan mit dem besseren Beginn, der Ball läuft gut in den Reihen der Rossoneri. Aber noch sind die Angriffe zu zaghaft.

2. Inzaghi wird das erste Mal aus dem Offside zurückgepfiffen.

1. Anpfiff, das Spiel läuft.

- Die Partie beginnt in Kürze, Philippe Senderos spielt von Beginn an.

20minuten.ch berichtet ab 20.45 Uhr live von der Partie Milan - Arsenal. (si)

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