Vor Bayern-Duell: Arsenals Hoffnung heisst Chelsea
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Vor Bayern-DuellArsenals Hoffnung heisst Chelsea

Nach dem FA-Cup-Aus gegen das unterklassige Blackburn dürfte Arsenal zum achten Mal in Serie eine Saison ohne Titelgewinn ertragen müssen. Die Fans haben genug.

von
fox

2830 Tage sind vergangen, als Arsenal letztmals eine Trophäe gewann (FA-Cup 2005). Das sind rund acht Jahre. Und auch in dieser Spielzeit dürfte kein Titel dazukommen. Im Dezember gabs das peinliche Aus im Liga-Cup gegen Bradford City, am Samstag das 0:1 gegen das unterklassige Blackburn in der fünften Runde des FA-Cups. Die Meisterschaft ist zudem sowieso schon weg. Bleibt als einzige Hoffnung die Champions League: Dort wartet morgen Bayern München.

Arsenals Trainer Arsène Wenger gerät aufgrund dieser Aussichten unter Beschuss. Am nächsten Samstag wollen Fans gegen Aston Villa «Wenger raus»-Rufe anstimmen. Dies soll exakt nach acht Minuten geschehen, als Zeichen für acht titellose Saisons. Der Franzose, seit Oktober 1996 im Amt, steht unter Druck. Nach der Blackburn-Blamage soll er noch in der Kabine 45 Minuten lang eine Krisenrede gehalten haben. Nie zuvor verlor er mit den Gunners im FA-Cup gegen ein unterklassiges Team.

Transferoffensive im Sommer?

Auch wenn der Franzose drei Meistertitel und vier FA-Cup-Trophäen feiern konnte: seit 2005 ist sein Team ohne Titel. Langsam wissen alle guten Fussballer: Arsenal spielt zwar oft schönen Fussball, aber wer Titel gewinnen will, darf dort nicht hin. Die «Daily Mail» machte sich gar die Mühe und trug die Pokale aller Spieler zusammen, die seit dem letzten Titel von Arsenal den Verein verliessen. Es sind 73.

Beim Klub aus London will man jetzt reagieren. Im Sommer sollen 100 Millionen Franken zur Kaderaufbesserung investiert werden – so viel wie nie zuvor. Namen wie Stevan Jovetic, Marco Reus, Mario Götze, Victor Wanyama oder Etienne Capoue werden gehandelt. Wenger, der einen Vertrag bis 2014 besitzt, soll ein neues Team aufbauen dürfen. Das überrascht, denn so wie momentan stand der 63-Jährige selten in der Kritik. Noch überraschender kommt da auch die Meldung der «Sun», die schreibt, die Verantwortlichen wollen den Kontrakt bis 2016 verlängern. Wenger wäre dann 20 Jahre lang bei Arsenal.

Das mentale Problem der Gunners

Die Wogen glätten könnte da natürlich ein Sieg gegen Bayern München im Hinspiel der Champions-League-Achtelfinals. Sechs Wechsel in der Startelf kündigte der Franzose an. Wichtiger sei aber was anderes: «Wir müssen das Selbstvertrauen wieder aufbauen. Das brauchen wir gegen die Bayern», so Wenger. Er habe ein starkes Team, aber im mentalen Bereich fehlt noch einiges. «Wir müssen lernen, was es heisst grosse Spiele zu gewinnen.» Genau an diesem Punkt scheiterten die Gunners in den letzten Jahren so oft.

Offensivmann Jack Wilshere glaubt vor dem grossen Duell an sich und seine Teamkollegen: «Chelsea war im letzten Jahr eine Inspiration für alle. Sie hatten keine gute Saison und hatten in einigen Partien Glück. Aber sie zeigten grossen Charakter.» Chelsea rettete im letzten Sommer die verpatzte Spielzeit mit dem erstmaligen Gewinn der Champions League. Macht Arsenal gegen die Bayern einen ersten Schritt in diese Richtung, dürfte Wenger am Samstag gegen Aston Villa kaum Schmährufe hören müssen.

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