Zürich-Affoltern: Artillerie-Granaten gefunden auf Hunde-Areal
Aktualisiert

Zürich-AffolternArtillerie-Granaten gefunden auf Hunde-Areal

Der Hunde-Übungsplatz Reckenholz in Zürich-Affoltern wurde am Mittwochmorgen von der Polizei abgesperrt. Eine Hundehalterin hatte eine Schachtel mit Artillerie-Granaten entdeckt.

von
wed

Eine Leser-Reporterin traute Ihren Augen nicht, als sie am Mittwochmorgen mit ihrem Hund spazieren gehen wollte. Beim Hunde-Trainingsplatz Reckenholz in Zürich-Affoltern lagen mehrere Kartonschachteln vor der Hundehütte: «Ich habe die Schachteln geöffnet und hab darin eine rund 50 Zentimeter lange Granate entdeckt», sagt die Hundebesitzerin. Daneben habe sie noch zwei weitere, kleine Granaten gefunden.

«Ich bin sofort zu einem benachbarten Bauern gegangen und habe diesen gefragt, ob er meine Vermutung bestätigen könne», so die Leser-Reporterin. Er sah sich das an und hatte ebenfalls das Gefühl, dass es sich dabei um eine Granate aus dem frühen 19. Jahrhundert handelt. «Wir haben sofort die Stadtpolizei alarmiert, die das Gebiet umgehend absperrte.»

Artillerie-Geschosse aus dem 1. Weltkrieg

Bei den gefundenen Gegenständen handelt es sich gemäss Sprengstoff-Experte Günter Schwarz um Artillerie-Geschosse. Ob sie scharf sind, konnte er anhand des Bildes nicht eruieren. Auch der Typ sei nicht erkennbar. Im Falle einer Explosion wären die Folgen fatal: «Ein Artillerie-Geschoss hat eine geschätzte Sprengkraft von zehn Handgranaten», so der Experte.

Gemäss Stadtpolizei-Medienchef Marco Cortesi lagen in der Schachtel eine 40 bis 50 Zentimeter lange und 15 Kilogramm schwere Artillerie-Granate sowie zwei kleinere Artillerie-Granaten. Alle drei stammen aus dem 1. Weltkrieg. «Ob sie scharf sind, ist im Moment noch unklar», sagt Cortesi. «Unsere Spezialisten packten alle drei ein und nahmen sie in einem speziellen Transportmittel zur weiteren Untersuchung mit.»

Spurensicherung läuft

Ob jemand die Geschosse einfach illegal entsorgen wollte, ob ein Hundehasser am Werk war oder ob die Granaten bewusst unweit der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope deponiert wurden, die wegen ihrer umstrittenen Gen-Versuchsfelder mitunter für Schlagzeilen sorgt, ist im Moment unklar. Gemäss Cortesi laufen Spurensicherungen und Ermittlungen.

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