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US-StudieArznei-Marihuana führt nicht zum Dauerkiffen

Würde mehr gekifft, wenn Marihuana als Arzneimittel freigegeben wäre? Nein, sagt eine neue US-Studie.

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dpa/mh
Dass Marihuana als Arzneimittel freigegeben ist, sorgt nicht für einen erhöhten Konsum, erklärt eine neue US-Studie.

Dass Marihuana als Arzneimittel freigegeben ist, sorgt nicht für einen erhöhten Konsum, erklärt eine neue US-Studie.

Ist Marihuana erst einmal als Arzneimittel freigegeben, wird nur noch gekifft – so lautet die Befürchtung derer, die strikt gegen eine Legalisierung des Rauschmittels sind. Ein neues Gutachten, für das Daten aus 24 Jahren und 48 Staaten der USA ausgewertet wurden, kommt zu einem anderen Ergebnis: Trotz der Analyse der Daten von mehr als einer Million Heranwachsender habe kein Hinweis darauf gefunden werden können, dass mehr gekifft werde, wenn Marihuana per Krankenschein erhältlich sei.

Für die am Dienstag im Fachjournal «Lancet» erscheinende Studie sind 21 US-Staaten in den Blick genommen worden, in denen medizinisches Marihuana legalisiert wurde. Der Drogenkonsum von Jugendlichen zwischen 13 und 18 habe sich dadurch nicht verändert. Auch wenn unterschiedliche Gruppen betrachtet würden – etwa nach Bildung, Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe – ergebe sich keine Zunahme.

Studienleiterin Deborah Hasin sagte, dass in den Staaten mit Medizin-Marihuana der Konsum zwar höher sei als in den anderen Staaten – das sei aber auch schon vor der Freigabe so gewesen. «Weil der Konsum von Marihuana bei Jugendlichen zu späteren Schäden führen kann, sollten wir die Faktoren erforschen, die zu diesem Konsum führen», sagte Hasin. Die Freigabe als Arznei sei aber kein solcher Umstand.

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