Aktualisiert 08.10.2018 11:21

Vorwürfe sind verjährt

Arzt entgeht trotz Baby-Raub elfjähriger Haftstrafe

Im Prozess um den Baby-Diebstahl während der Franco-Diktatur wurde ein ehemaliger Arzt schuldig gesprochen. Die Vorwürfe sind aber verjährt.

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Inés Madrigal kommt vor dem Gericht in Madrid an. Der beschuldigte Arzt Eduardo Vela (nicht im Bild) wir wegen Verjährung nicht verurteilt.

Inés Madrigal kommt vor dem Gericht in Madrid an. Der beschuldigte Arzt Eduardo Vela (nicht im Bild) wir wegen Verjährung nicht verurteilt.

AP/Manu Fernandez
Die Spanierin zog am 26. Juni 2018 gegen den Angeklagten Eduardo Vela vor Gericht.

Die Spanierin zog am 26. Juni 2018 gegen den Angeklagten Eduardo Vela vor Gericht.

AFP/Oscar del Pozo
Der 85-Jährige soll 1969 Madrigals Geburtsurkunde gefälscht und ihre Adoptivmutter als ihre leibliche Mutter eingetragen haben.

Der 85-Jährige soll 1969 Madrigals Geburtsurkunde gefälscht und ihre Adoptivmutter als ihre leibliche Mutter eingetragen haben.

AFP/Oscar del Pozo

Im ersten Prozess um den Diebstahl von Babys während der Franco-Diktatur in Spanien ist der angeklagte ehemalige Arzt schuldig gesprochen worden. Das Gericht in Madrid verzichtete am Montag aber wegen Verjährung der Vorwürfe auf eine Verurteilung des früheren Frauenarztes Eduardo Vela. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft für den 85-Jährigen gefordert.

Vela war angeklagt, im Jahr 1969 die heute 49-jährige Klägerin Inés Madrigal ihrer leiblichen Mutter Inés Pérez weggenommen zu haben. Er soll sie einer anderen Frau gegeben haben, die keine Kinder bekommen konnte.

Während des Prozesses bestritt Vela den Vorwurf, die Geburtsurkunde gefälscht und die andere Frau fälschlich als leibliche Mutter des neugeborenen Kindes eingetragen zu haben. An der mittlerweile nicht mehr existierenden Klinik San Ramón in Madrid soll es nach Angaben von Insidern tausende solcher Fälle gegeben haben.

Zehntausende Babys gestohlen

Historiker und Aktivisten vermuten, dass unter der rechten Militärdiktatur von General Francisco Franco zehntausende Babys ihren leiblichen Eltern gestohlen wurden. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) traf dies vor allem regierungskritische Eltern.

Später wurde die Praxis auch auf uneheliche Kinder und Kinder von Armen ausgeweitet. Häufig waren Mitglieder der katholischen Kirche verwickelt. Die Babys wurden den Müttern gleich nach der Geburt weggenommen. Häufig hiess es, sie seien gestorben.

In Wirklichkeit wurden die Babys jedoch kinderlosen Paaren gegeben oder an diese verkauft, die sie dann als ihre eigenen aufzogen.

(afp)

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