Aktualisiert 11.11.2004 16:56

Arzt machte sich Frauen mit «Liquid Ecstasy» gefügig

Gegen einen 36-jährigen Assistenzarzt des Universitätsspitals Lausanne läuft ein Strafverfahren, weil er die Partydroge «Liquid Ecstasy» hergestellt hat.

Er wird verdächtigt, die Drogen während des Geschlechtsverkehrs eingesetzt zu haben, den er filmte und die Aufnahmen anschliessend seinen Freunden zeigte, wie das zuständige Waadtländer Untersuchungsrichteramt am Donnerstag zu einem Bericht in der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» bestätigte. Zwei Frauen hätten eine Strafanzeige eingereicht. Der Mann sei nicht geständig und behaupte, die Frauen hätten freiwillig mitgemacht. Gegen ihn laufe ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung und weiterer Sexualdelikte. Der Angeschuldigte war am Lausanner Universitätsspital als Assistenzarzt in der Nuklearmedizin tätig und wurde inzwischen entlassen. Gemäss dem Bericht von «Le Temps» wurde dem Arzt zudem die Praxisbewilligung provisorisch entzogen. Die als «Liquid Ecstasy» bekannte Droge hat die Bezeichnung GHB (Gammahydroxybuttersäure) und kann einem Glas mit Alkohol beigegeben werden. Sie ist geruch- und farblos. Das Rauschspektrum reicht von alkoholähnlichen Rauscherfahrungen, über Entspannung, sexuelle Anregung, Antriebssteigerung und intensiverer Wahrnehmung bis hin zu schläfrigen, fast komatösen Zuständen, die mit Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, motorischen Problemen und Atembeschwerden einhergehen können. In der Medizin diente GHB als Narkosemittel und als Hilfsmedikament beim Alkoholentzug. (dapd)

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