Um Spital zu entlasten : Arzt soll zwei Corona-Patienten getötet haben
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Um Spital zu entlasten Arzt soll zwei Corona-Patienten getötet haben

Schwere Vorwürfe gegen einen italienischen Arzt. Er soll zwei Corona-Patienten mit einer Überdosis getötet haben. Dies, weil das Spital während der ersten Welle überlastet war.

von
Sven Forster
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Einem  Arzt des Montichiari-Spital in Italien wird vorgeworfen, zwei Patienten getötet zu haben. 

Einem Arzt des Montichiari-Spital in Italien wird vorgeworfen, zwei Patienten getötet zu haben.

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Die Polizei verhaftete den Mediziner. 

Die Polizei verhaftete den Mediziner.

20min
Die mutmasslichen Opfer waren 61 und 80 Jahre alt und wurden während der ersten Corona-Welle aufgrund einer Infektion mit dem Virus ins Spital gebracht. 

Die mutmasslichen Opfer waren 61 und 80 Jahre alt und wurden während der ersten Corona-Welle aufgrund einer Infektion mit dem Virus ins Spital gebracht.

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Darum gehts

  • Ein Arzt soll zwei Corona-Patienten absichtlich getötet haben.

  • Der Vorfall ereignete sich in Italien.

  • Mit den Tötungen wollte der Arzt den Druck auf die Notaufnahme verringern.

In Montichiari, in der italienischen Provinz Brescia, wurde am Montag ein Arzt verhaftet. Die Vorwürfe gegen den Mediziner: Er soll zwei Corona-Patienten getötet haben.

Dem Mann wird vorgeworfen, zwei Patienten im März absichtlich mit Medikamenten versorgt zu haben, die zum Tod führten. Die mutmasslichen Opfer waren 61 und 80 Jahre alt und wurden während der ersten Corona-Welle aufgrund einer Infektion mit dem Virus ins Spital gebracht.

«Grossartige Arbeit»

Mit den Tötungen wollte der Arzt wohl den Druck auf die Notaufnahme verringern. In den ersten Wochen der Pandemie war diese völlig überfordert. Wie der «Corriere» schreibt, wird der Vorwurf gegen den Arzt in Whatsapp-Unterhaltungen mit Angestellten untermauert. Eine Pflegerin schreibt: «Ich töte doch keine Patienten, um Plätze frei zu machen.» Die Staatsanwaltschaft ordnete mehrere Autopsien an.

Der Arzt, der im Juli noch mehrere Zeitungsinterviews gab, steht mittlerweile unter Hausarrest. Der Bürgermeister wollte ihn vorerst nicht verurteilen. Er sagte: «Ich kenne die grossartige Arbeit aller Ärzte und Krankenschwestern des Montichiari-Spitals. Sie haben hart daran gearbeitet, Leben zu retten.»

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