Asafa Powell wieder unter 10 Sekunden
Aktualisiert

Asafa Powell wieder unter 10 Sekunden

Trotz einem missglückten Start hielt sich Weltrekordhalter Asafa Powell auch beim Golden-League-Meeting in Brüssel die Konkurrenz vom Leib.

Über 100 m siegte der Jamaikaner mit einem Rückenwind von 0,3 m/s in 9,99 Sekunden.

Die relativ bescheidene Zeit Powells hing mit dem schlechten Startkommando zusammen. Der Startschuss fiel viel zu früh, die Sprinter waren noch nicht bereit, und so «katapultierten» sich gleich vier Athleten mit einer Reaktionszeit von über 0,2 Sekunden aus dem Startpflock - das war in einem Rennen von Bedeutung wohl noch nie der Fall. Powell (24) kam am zweitschlechtesten (0,229 Sekunden) weg, bloss Europameister Francis Obikwelu (Por) stand mit einer noch um einen Tausendstel langsameren Reaktionszeit zu Buche.

Powell errang am 5. und vorletzten Golden-League-Meeting der Saison den 5. Sieg. Dies schafften auch Jeremy Wariner (USA) und Sanya Richards (USA) über jeweils 400 sowie Tirunesh Dibaba (Äth) über 5000 m der Frauen. Powell, Wariner, Richards und Dibaba haben weiterhin gute Chancen, einen Anteil am Jackpot von einer Millionen Dollar für sechs Siege zu gewinnen. Am «kleinen» Jackpot im Wert von 500'000 Dollar für fünf Siege partizipiert das Quartett bereits. Das letzte Meeting der Golden-League-Serie findet am 3. September in Berlin statt.

Dibaba erwuchs im 5000-m-Rennen der Frauen in Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin Meseret Defar allerdings harte Konkurrenz, auf den letzten 200 m liess Dibaba ihre Landsfrau aber stehen. Dibaba siegte in 14:30,63, der Weltrekord steht bei 14:24,53. Die 3000-m-Marke passierten Dibaba und Defar noch fast sieben Sekunden schneller als Defar beim Weltrekord Anfang Juni in New York.

Nach zwei Dritteln des Pensums im 3000-m-Steeple-Lauf befand sich auch Saif Saaeed Shaheen noch auf Weltrekordkurs, es war aber schon zu jenem Zeitpunkt absehbar, dass der Katari wie schon in Zürich scheitern würde. Einmal mehr liessen die «Hasen» den gebürtigen Kenianer namens Stephen Cherono im Stich. Schon nach gut drei Minuten Laufzeit fand sich Shaheen solo an der Spitze des Rennens. Er siegte schliesslich in 8:04,32. Der Weltrekord des 24- Jährigen steht seit zwei Jahren bei 7:53,63. Shaheen ist seit 2002 und mittlerweile 27 Rennen ungeschlagen.

Ihre Siegesserie setzte auch die 21-jährige 400-m-Läuferin Sanya Richards fort. Die Amerikanerin blieb in 50,02 zwar knapp über der 50-Sekunden-Marke, die sie in dieser Saison schon vier Mal unterboten hat, Richards gewann aber überlegen mit genau einer Sekunde Vorsprung vor Novlene Williams (Jam). Landsmann Jeremy Wariner (22) geriet ebenfalls nie in Gefahr, erstmals in dieser Saison über eine Bahnrunde geschlagen zu werden. Der Olympiasieger und Weltmeister gewann in 44,29 und steht nunmehr mit den acht besten 400-m-Zeiten in diesem Jahr zu Buche.

Schon im ersten Wettkampf fiel die erste Jahresweltbestzeit. Im 10'000-m-Rennen der Männer verbuchte der 20-jährige Kenianer Micah Kogo 26:35,63 und wartete über die 25 Bahnrunden mit dem zehntschnellsten Lauf aller Zeiten auf. Insgesamt blieben sechs Läufer unter der bisherigen Bestmarke des Kenianers Martin Irungu Mathathi (27:10,51 im April). Weltrekord duch kenianische Staffel

Einen Weltrekord gab es auch noch: Im sehr selten gelaufenen Staffelrennen über 4 Mal 800 m erreichte Kenia mit Joseph Mutua, William Yiampoy, Ismael Kombich und Wilfred Bungei 7:02,43. Das kenianische Quartett verbesserte die 1982 von den Briten Peter Elliot, Gary Cook, Steve Cram und Sebastian Coe aufgestellte Marke um 1,46 Sekunden.

Müller wieder über 80 m

Stefan Müller, der einzige Schweizer Teilnehmer in Brüssel, schlug sich erneut hervorragend. Im Feld der Weltklasse-Speerwerfer belegte der 26-jährige Winterthurer mit einer Weite von 80,27 m den hervorragenden 5. Platz. Seinen im EM-Final bewerkstelligten Landesrekord verfehlte Müller um bloss 60 cm. Als Preisgeld erhielt Müller 2000 Dollar. Sieger wurde Europameister Andreas Thorkildsen (No) mit 86,97 m.

(si)

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