Aktualisiert 28.03.2014 14:02

Nach Strassburg-Urteil

Asbest-Opfer fordern eine halbe Milliarde Franken

In der Schweiz sind bislang 2000 Menschen an den Folgen von Asbest gestorben. Jetzt fordern Opfer und Angehörige einen Fonds über eine halben Milliarde von der Suva und der Industrie.

von
dia
Asbest-Opfer, wie hier bei einer Demonstration in Genf im vergangenen Jahr, wollen nun einen Entschädigungsfonds.

Asbest-Opfer, wie hier bei einer Demonstration in Genf im vergangenen Jahr, wollen nun einen Entschädigungsfonds.

Rund zwei Wochen ist es her, dass die Schweiz vom Gerichtshof für Menschenrechte für ihre Verjährungspraxis gerügt wurde. Doch damit nicht genug: Jetzt fordern die Opfer von der betroffenen Asbest-Industrie und der Suva einen Entschädigungsfonds. Dies berichtet die Sendung «10 vor 10», der ein Brief des Vereins für Asbest-Opfer und Angehörige (AVO), geschrieben an den Bundesrat, vorliegt.

Jedes Opfer soll mit 200'000 Franken entschädigt werden – bei geschätzten 2500 Asbest-Opfern ergibt das eine halbe Milliarde Franken. Der Fonds stehe allen Opfern offen, sagt David Husmann, Präsident der AVO, gegenüber «10 vor 10». «Wer lieber klagen will, ist frei, das zu tun», fügt Husmann an.

Weiter fordert der AVO den Bundesrat auf, einen runden Tisch ins Leben zu rufen. Dabei sein sollen neben den Asbest-Opfern auch Vertreter aus Bund, Kantonen, der Suva und der Industrie.

In der Schweiz sind bislang circa 2000 Menschen an Asbestfolgen gestorben. Den höchsten Stand erwartet die Suva in sechs Jahren. Bis 2020 könnte es bis zu 2500 Asbest-Tote geben.

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