Aktualisiert 21.03.2005 22:32

Asbestklagen: ABB atmet auf

Die ABB ist im zähen Ringen um eine Lösung des Asbestproblems einen Schritt weiter: Sie einigte sich mit den Anwälten zur Abgeltung aller Klagen.

Die Vergleichssumme wurde um 232 Millionen auf über 1,4 Milliarden Dollar aufgestockt. Der neue Plan muss nun zwar wieder durch die Mühlen der Justiz, ABB-Chef Fred Kindle sagte aber, er und sein Team seien zufrieden mit dem Erreichten. Klägeranwälte stimmten zu, dass die amerikanische ABB-Tochter Lummus Global wie bereits die Hauptverursacherin Combustion Engineering (CE) nun ebenfalls Gläubigerschutz erhält und somit für einen guten Preis verkauft werden kann. Gegen Lummus lagen zwar keine signifikanten Klagen vor, aber das Asbest-Problem des Mutter-Konzerns erschwerte die Suche nach einem Käufer erheblich. Die zusätzlichen 232 Millionen Dollar will ABB mit dem Erlös aus dem Lummus-Verkauf finanzieren.

Kindle glaubt fest an eine Beendigung des jahrelangen Verfahrens gegen die ABB. Schliesslich habe sogar Anwalt Steve Kazan dem Plan zugestimmt. Dieser vertritt einige hundert krebskranke Asbestopfer und hatte schon den ersten Plan zu Fall gebracht. Gegen ABB sind über 100 000 Klagen von Asbestopfern hängig. Das Asbestproblem hatte die ABB nach Zahlungen von einer Milliarde Dollar 2002 an den Rand des Ruins getrieben. Die Nachricht liess die ABB-Aktien gestern um 6,6 Prozent auf 7,59 Franken steigen.

(dapd)

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