Vulkanausbruch : Aschewolke soll Kohle bringen
Aktualisiert

Vulkanausbruch Aschewolke soll Kohle bringen

Während die Aschewolke in Europa für einige Nervosität sorgt, bleiben die Menschen in Island gelassen. Die Einheimische Madelaine Johnson beschreibt, wie das Land mit Naturgewalten umgeht.

von
Felix Burch

Madelaine Johnson hat gerade Mittagspause. Es ist Mittwoch und die Meldung, der Vulkan Grimsvötn habe aufgehört Asche zu spucken, geht um die Welt. Die 26-Jährige wohnt nur wenige Minuten entfernt vom internationalen Flughafen Keflavík in Island und kann durch ihr Fenster die Flugzeuge beim Starten und Landen beobachten. «Es ist schön, dass sie wieder fliegen», sagt sie und beschreibt die letzten Tage: «Als es am Samstag losging, blieben die Leute ruhig in Island.» Für die Bevölkerung seien Naturereignisse im Allgemeinen nichts Ungewöhnliches. Deshalb wüssten die Isländer, wie sie sich etwa bei Vulkanausbrüchen zu verhalten hätten.

«Natürlich lesen wir während solchen Phasen intensiver Zeitung, informieren uns öfter im Internet sowie über das Radio und schalten den Fernseher mehr als sonst ein», sagt die Schweizerin, der es Island angetan hat. Die Bilder aus der Gegend rund um den Vulkan, wo alles mit einer grauen Ascheschicht bedeckt war und immer noch ist, seien beunruhigend gewesen, deswegen breche aber niemand in Panik aus in Island. Im Gegenteil, Isländer meisterten solche Ereignisse mit Humor. «In Reykjavik ging das Leben ganz normal weiter, während Grimsvötn Asche in die Atmosphäre schleuderte; alle arbeiteten, kauften ein, die Cafés waren voll.»

«Der Himmel ist stahlblau heute, mein Auto weiss», so Johnson zu 20 Minuten Online. Man spüre nichts vom Vulkan und freue sich, dass der Flughafen wieder offen sei. Während der ganzen Zeit sei um die Hauptstadt nichts von Aschepartikeln zu sehen gewesen. Auch sämtliche gesperrten Strassen seien wieder passierbar, im Krisengebiet hätten die Equipen bereits mit der Reinigung von Strassen, Häusern und Tieren begonnen. Für Johnson ist von grosser Bedeutung, dass die Welt wahrnimmt, dass Island auf dem Weg zur Normalität ist. Die Schweizerin ist in der Tourismusbranche tätig, vermietet Camper. Am ersten Juni-Wochenende lande der erste Direktflug aus der Schweiz in dieser Saison in Keflavík, ganz Island freue sich auf die Touristen. «Auch weil wir diesen jetzt mit dem Grimsvötn eine zusätzliche Attraktion bieten können», sagt Johnson und macht sich auf den Weg zur Arbeit.

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