«Aschgraue Rückkehr von Van Nistelrooy»
Aktualisiert

«Aschgraue Rückkehr von Van Nistelrooy»

Die niederländische Presse hängt die Niederlage der «Elftal» nicht an die grosse Glocke. Doch sie spart nicht mit Kritik. Im Gegensatz dazu freut man sich seit dem Triumph in der Schweiz wieder auf die EM im eigenen Land.

Paul Onkenhout schreibt in der «Volkskrant», die Niederlage der holländischen Nationalmannschaft gegen einen «zweitklassigen Gegner» sei kein «Hammerschlag», aber sie gebe gleichwohl zu denken. Die Schweiz habe sich im Duell mit Oranje als gleichwertig gezeigt - und phasenweise sogar mehr als das. Die dritte Niederlage unter «Bondscoach» Van Basten sei die Quittung dafür.

Onkenhout analysiert dann eingehend die Probleme der holländischen Sturmspitze: Van Nistelrooy habe in Genf eine «aschgraue Rückkehr» in die Nationalmannschaft erlebt. Nach einem chancenlosen Gefecht mit der Schweizer Abwehr sei er - zusammen mit Van der Vaart, Jaliens und Sneijder - wieder ausgewechselt worden. Die Diskussion über den Oranje-Sturm werde deswegen zweifellos neu aufflammen.

Immerhin sei Van Nistelrooy, obwohl Van Basten ihm nach der WM das Vertrauen entzog, bisher weitaus der produktivste Stürmer in der Ära Van Basten gewesen: In 17 Partien skorte er zehn Mal.

Schlecht weg kommt dann auch Stekelenburg: Der Torhüter habe sich nach einem «kollektiven Panikanfall in der niederländischen Verteidigung» unbedacht auf Vonlanthen gestürzt und so den Elfmeter verschuldet, der dem Schweizer Team schon früh entscheidend den Rücken gestärkt habe.

Im Boulevardblatt «De Telegraaf» wird Tranquillo Barnetto als der «grosse Mann bei den Helvetiern» gewürdigt. Ansonsten bringt das Blatt einen kühlen Matchbericht und weist auf den denkwürdigen Umstand hin, dass die Schweizer Nati in Genf eine unglaubliche Serie der Oranjes beendete: Seit 87 Jahren war das holländische Team nämlich im Monat August ungeschlagen.

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