Publiziert

Mariam GhaniAschraf Ghanis Tochter sorgt sich um Freunde und Familie

Afghanistans Präsident ist mit seiner Familie aus dem Land geflüchtet. Nicht dabei war seine Tochter Mariam. Diese lebt seit Geburt in den USA, arbeitet dort als Kulturschaffende und hat Afghanistan mit 24 zum ersten Mal besucht.

von
Philippe Coradi
1 / 1
Mariam Ghani wurde 1978 in den USA geboren. Sie besuchte das Heimatland ihres Vaters zum ersten Mal im Alter von 24 Jahren im Jahr 2002. 

Mariam Ghani wurde 1978 in den USA geboren. Sie besuchte das Heimatland ihres Vaters zum ersten Mal im Alter von 24 Jahren im Jahr 2002.

themosaicrooms/instagram

Die Taliban haben in rasantem Tempo Afghanistan erobert, Tausende Menschen versuchen verzweifelt das Land zu verlassen und Beobachter befürchten Gewalt und dass erkämpfte Frauenrechte erneut beschnitten werden. Gleichzeitig ist Präsident Aschraf Ghani mit seiner Familie ins Exil in die Vereinigten Arabischen Emirate geflüchtet. Nicht mit dabei: seine Tochter Mariam, die in den USA lebt.

1978 in Brooklyn New York geboren, wuchs Mariam in Maryland auf und durchlief eine akademische Laufbahn und arbeitet heute als Filmemacherin, Künstlerin und Journalistin. Ghani bereiste 2002, im Alter von 24 Jahren, zum ersten Mal Afghanistan.

Ihre Arbeiten sind seitdem in einigen der renommiertesten Museen der Welt zu sehen, darunter das Guggenheim und das MOMA in New York und die Tate Modern in London. Seit 2018 ist sie Dozentin am Bennington College in Vermont. Ihr erster abendfüllender Film wurde 2019 auf der Berlinale uraufgeführt.

Kein Kommentar zur aktuellen Situation

Obwohl die Zerstreuung von Bevölkerungsgruppen über Kontinente Teil ihrer Arbeit ist und sie mit ihrem Vater ein Buch über den wiederholten Zusammenbruch und die Erneuerung Afghanistans im 20. Jahrhundert geschrieben hat, ist es aktuell sehr still um die Frau.

Die «New York Post» versuchte vor einigen Tagen, Ghani zur aktuellen Lage in ihrem Heimatland zu interviewen. Doch dazu kam es nicht. «Sie weigerte sich, die Fragen eines Reporters vor ihrer Wohnung zu beantworten und schlägt ihm und dem Fotografen die Türe vor der Nase zu», berichtet die Zeitung.

Am Montag meldete Ghani sich über Instagram und schreibt, dass sie sich ziemlich ausgebrannt fühle, und hofft, dass sie bald alle Anfragen beantworten könne. Und sie möchte helfen, dass der Bevölkerung in Afghanistan geholfen wird.

Präsident Aschraf Ghani flüchtete aus Kabul und befindet sich derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das Aussenministerium des Golfstaats bestätigte am Mittwoch, dass das Land ihn und seine Familie «aus humanitären Gründen» aufgenommen habe. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Ghani in der Hauptstadt Abu Dhabi gesichtet worden sein soll. Der BBC-Journalist Kawoon Khamoosh schrieb auf Twitter, Ghani solle bei seiner Flucht aus Afghanistan 169 Millionen US-Dollar ausser Landes gebracht haben.

1 / 30
Der erste westliche Staat, der sich in der Neuzeit in Afghanistan engagierte, war das Britische Empire im 19. Jahrhundert. Dies in direkter Konkurrenz zum Russischen Reich. Die Russen wollten ihr Herrschaftsgebiet bis zum Indischen Ozean ausdehnen, um einen eisfreien Marinehafen zu errichten. Das bedrohte die Herrschaft der Briten in Südasien. (Bild: Britische Truppen nehmen 1839 die Festung in der Schlacht von Ghazni ein.)

Der erste westliche Staat, der sich in der Neuzeit in Afghanistan engagierte, war das Britische Empire im 19. Jahrhundert. Dies in direkter Konkurrenz zum Russischen Reich. Die Russen wollten ihr Herrschaftsgebiet bis zum Indischen Ozean ausdehnen, um einen eisfreien Marinehafen zu errichten. Das bedrohte die Herrschaft der Briten in Südasien. (Bild: Britische Truppen nehmen 1839 die Festung in der Schlacht von Ghazni ein.)

PD
Um seine Vormachtstellung im zentralasiatischen Raum abzusichern, unternahm das britische Empire ab 1839 einen ersten Versuch, Afghanistan zu erobern. Im Ersten Anglo-Afghanischen Krieg gelang es der gut ausgerüsteten Armee schnell, das Land einzunehmen. Doch bereits 1842 mussten sich die Briten nach einem Aufstand der Bevölkerung wieder aus Afghanistan zurückziehen. (Bild: Die britische Armee überschreitet den Bolan-Pass).

Um seine Vormachtstellung im zentralasiatischen Raum abzusichern, unternahm das britische Empire ab 1839 einen ersten Versuch, Afghanistan zu erobern. Im Ersten Anglo-Afghanischen Krieg gelang es der gut ausgerüsteten Armee schnell, das Land einzunehmen. Doch bereits 1842 mussten sich die Briten nach einem Aufstand der Bevölkerung wieder aus Afghanistan zurückziehen. (Bild: Die britische Armee überschreitet den Bolan-Pass).

PD
Mitte des 19. Jahrhunderts unterwarf das Russische Reich weitere Gebiete in Zentralasien und gründete das Generalgouvernement Turkestan in unmittelbarer Nachbarschaft zu Afghanistan. 1878 gewann Russland mit der Einrichtung einer Gesandtschaft in Kabul an Einfluss in Afghanistan. (Bild: Der Kampf um Samarkand, heutiges Usbekistan.)

Mitte des 19. Jahrhunderts unterwarf das Russische Reich weitere Gebiete in Zentralasien und gründete das Generalgouvernement Turkestan in unmittelbarer Nachbarschaft zu Afghanistan. 1878 gewann Russland mit der Einrichtung einer Gesandtschaft in Kabul an Einfluss in Afghanistan. (Bild: Der Kampf um Samarkand, heutiges Usbekistan.)

PD

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

0 Kommentare