Unvergessene Erfolge: Aschwanden im Freudentaumel
Aktualisiert

Unvergessene ErfolgeAschwanden im Freudentaumel

Es war «nur» Bronze. Doch für ihn war es wie ein Sieg. Selten strahlte ein Drittplatzierter so schön wie Sergei Aschwanden bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking.

von
Monika Brand

Sergei Aschwandends Bronzekampf in Peking (Video: YouTube)

2003 war bereits das Jahr des Sergei Aschwanden. Der Judoka gewann seinen zweiten Europameistertitel und sicherte sich an der WM die Silbermedaille. Doch was sich fünf Jahre später in China abspielen sollte, davon wagte der Schweizer damals nicht zu träumen. Die Olympischen Spiele in Peking waren bereits seine dritten Sommerspiele. Und diese hatten ihm bisher alles andere als Glück gebracht. 2000 in Sydney war Aschwanden schon in der ersten Runde ausgeschieden. 2004 in Athen ebenfalls - und das obwohl er damals im Vorfeld gar als Medaillenhoffnung gehandelt worden war. 2008 war der Sohn eines Schweizers und einer Kenianerin bereits 33-jährig.

Beherzt kämpfte sich der Judoka Runde um Runde weiter. Plötzlich gings um die Bronzemedaille. Der Gegner hiess Ivan Pershin aus Russland. Zuerst lag Aschwanden hinten, doch dann plötzlich jubelte er erst verhalten, dann immer ausgiebiger. Was war geschehen? Dem Schweizer war ein sogenannter «Ippon» gelungen, was im Judo den sofortigen Sieg für einen Kämpfer bedeutet. Nach der offiziellen Verabschiedung seines Gegners gab es für Aschwanden kein Halten mehr: Er hüpfte freudig durch die ganze Halle, strahlend wie ein Maikäfer. Noch selten hat sich ein Athlet dermassen über eine Bronzemedaille gefreut wie der 33-jährige Judoka aus der Schweiz. Die Bilder von dessen Freudentaumel bewegten das ganze Land. Kurz nach dem Gewinn der Olympia-Medaille trat Aschwanden vom Spitzensport zurück. Man soll bekanntlich dann gehen, wenns am schönsten ist...

40 Jahre Sporthilfe

Die Stiftung Schweizer Sporthilfe hilft seit 40 Jahren Schweizer Talenten, ihren Traum vom Spitzensport zu verwirklichen. Zum Jubiläum setzen sich 40 Sportgrössen als Botschafter für den Nachwuchssport ein. 20 Minuten Online stellt bis Ende 2010 wöchentlich mit der Serie «Unvergessene Erfolge» einen dieser grossen Schweizer Sportler seit 1970 vor.

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