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Prügel-Video war zu vielAshawnty (10) erhängt sich nach Mobbing-Aktion

Ashawnty wurde gehänselt und geriet in eine Prügelei. Als ein Video davon auftauchte, nahm sie sich das Leben. Die Eltern machen die Schule für den Tod der 10-Jährigen verantwortlich.

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Ashawnty Davis (10) lag nach einem Suizidversuch zwei Wochen lang im Koma. Am Mittwoch, 29. November 2017, ist sie verstorben.

Ashawnty Davis (10) lag nach einem Suizidversuch zwei Wochen lang im Koma. Am Mittwoch, 29. November 2017, ist sie verstorben.

Screenshot KDVR
Das Mädchen hatte sich im Kleiderschrank ihres Hauses in Aurora im US-Bundesstaat Colorado erhängt.

Das Mädchen hatte sich im Kleiderschrank ihres Hauses in Aurora im US-Bundesstaat Colorado erhängt.

Screenshot KDVR
Ende Oktober war es in der Schule von Ashawnty zu einem Konflikt zwischen ihr und einem anderen Mädchen gekommen. Ashawnty wurde offenbar von einer Mitschülerin schikaniert.

Ende Oktober war es in der Schule von Ashawnty zu einem Konflikt zwischen ihr und einem anderen Mädchen gekommen. Ashawnty wurde offenbar von einer Mitschülerin schikaniert.

Screenshot KDVR

Die Eltern von Ashawnty Davis erheben gegen die Schulbehörde von Aurora im US-Bundesstaat Colorado massive Vorwürfe, nachdem sich ihre zehnjährige Tochter vor einigen Wochen das Leben genommen hat. Ashawnty sei Opfer von Mobbing gewesen, und die Leitung der Primarschule Cherry Creek habe zu wenig unternommen, um ihr zu helfen.

Ende Oktober bemerkte Latoshia Harris erstmals, dass mit ihrer Tochter Ashawnty etwas nicht stimmte: «Ich hatte das Gefühl, sie hatte Angst», erzählt Harris dem Sender KDVR. Offenbar gab es in der Schule einen Konflikt unter den Mädchen. Ashawnty wurde von einer Mitschülerin gehänselt.

Als sie ihre Peinigerin konfrontierte, gerieten die beiden Mädchen in einen handfesten Streit. Jemand filmte die Prügelei und lud das Video bei der App Musical.ly hoch.

Schulbehörde führte Gespräch mit Kindern

Ashawnty sei nach der Veröffentlichung der Aufnahmen «am Boden zerstört» gewesen, sagt Vater Anthony Davis. Die Eltern hätten daraufhin das Gespräch mit der Schulleitung gesucht. Auch andere Eltern, die vom Video wussten, machten die Schule auf dessen Existenz aufmerksam. Eine Sprecherin der Schulbehörde erklärte am Donnerstag, man habe mit den betroffenen Kindern darüber gesprochen und das Video an die Polizei von Aurora weitergeleitet.

Das sei nicht genug gewesen, sagen Latoshia Harris und Anthony Davis. Ihre Tochter Ashawnty erhängte sich einige Tage später im Kleiderschrank. Zwei Wochen lang lag sie in einem Spital im Koma, am Mittwochmorgen starb sie.

Schule weist alle Vorwürfe zurück

«Als uns die Schule anrief, um uns über den Streit zu informieren, haben wir um ein Gespräch mit den Eltern des anderen Mädchens gebeten. Aber die Schule ignorierte uns. Hätten wir dieses Gespräch geführt, hätten wir vielleicht den Tod unserer Tochter vermeiden können», glaubt der Vater.

Die Schulleitung weist die Vorwürfe zurück. Sie habe nie einen Vorschlag zu einem Treffen seitens der Eltern erhalten, sagt ein Sprecher der Schulbehörde zum Sender ABC 13. Die Schlägerei zwischen den beiden Mädchen habe zudem ausserhalb der Unterrichtszeit stattgefunden.

Die Eltern wollen dennoch alles unternehmen, um die Schule zur Rechenschaft zu ziehen. «Bis zu meinem letzten Atemzug werde ich dafür sorgen, dass unglückliche Kinder in der Schule wieder ein ruhiges und angenehmes Umfeld zum Lernen haben», sagt Anthony Davis.

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch); Online-Beratung für Jugendliche mit Suizidgedanken: U25-schweiz.ch

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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