Aktualisiert 11.05.2017 16:42

Erstmals nachgewiesenAsiatische Hornisse bedroht Schweizer Bienen

Der Verein Apisuisse warnt: Die Asiatische Hornisse ist erstmals im Jura entdeckt worden. Das Insekt bedroht besonders Honigbienen und bereitet Imkern schlaflose Nächte.

von
vro
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Die Asiatische Hornisse ist erstmals in der Schweiz nachgewiesen worden. Auffällig sind etwa ihre gelben Beinenden.

Die Asiatische Hornisse ist erstmals in der Schweiz nachgewiesen worden. Auffällig sind etwa ihre gelben Beinenden.

Q. Rome/MNHN
Die invasive Art bedroht hiesige Honigbienen, indem sie die Bienenstöcke belagert.

Die invasive Art bedroht hiesige Honigbienen, indem sie die Bienenstöcke belagert.

Q. Rome/MNHN

Bis zu 2000 Arbeiterinnen kann ein Nest der Asiatischen Hornisse umfassen. In Europa breitet sie sich seit 2004 immer weiter aus. Nun wurde sie erstmals auch in der Schweiz nachgewiesen: Im Kanton Jura konnte ein Imker eine Königin fangen, teilt der Imker-Dachverband Apisuisse mit. Nun sei es wichtig, dass allfällige Nester der invasiven Art zerstört werden.

Denn die Asiatische Hornisse bedroht insbesondere die bei uns heimische Honigbiene. Einheimische Hornissen jagen zwar auch hin und wieder Honigbienen, die Asiatische Art «geht jedoch strategisch vor», sagt Mathias Götti Limacher, Zentralpräsident des Vereins deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde. Das, indem sie ihre Nester belagert. «Die Honigbienen fliegen dann nicht mehr aus und können verhungern.»

«Auf keinen Fall ein Nest selbst zerstören»

Die fortpflanzungsfähige Königin, die in der Gemeinde Fregiécourt JU gefangen worden ist, ist laut Götti ein Individuum. Das heisst, dass kein dazugehöriger Schwarm entdeckt worden ist. Auch ein Nest konnte bisher nicht ausgemacht werden. Das sei aber auch nicht so einfach. Die Hornissen bauen ihr Nest hoch oben in Bäumen. «Im Wald ist es deshalb schwierig, eines zu finden.»

Für den Menschen selbst ist die Asiatische Hornisse kaum gefährlicher als eine Wespe. Allergiker sollten sich jedoch in Acht nehmen. Und: «Man sollte auf keinen Fall ein Nest selbst zerstören, sondern melden», sagt Götti.

Es dürfen sich keine Königinnen entwickeln

In Frankreich beklagen Imker seit mehreren Jahren grosse Verluste durch die Asiatische Hornisse. Eingeschleppt wurde sie 2004 aus China. Auch Agroscope warnte schon vor dem Insekt. «Obwohl keine genauen Zahlen zu den Schäden vorliegen, die von der Hornisse in der Imkerei verursacht werden, geht man davon aus, dass die Schäden zumindest lokal sehr hoch sind, wenn sich die Hornisse einmal etabliert hat», heisst es in einer Mitteilung.

Laut dem Schreiben von Apisuisse kann sich die Asiatische Hornisse leicht an die herrschenden Bedingungen anpassen. Deshalb wurden Schweizer Imker bereits vor einem Jahr auf die Gefahr hingewiesen, was nun mit dem Fund des jurassischen Imkers Früchte trug. Trotzdem geht der Kampf weiter: Ab Ende Juli müssen ihre Nester zerstört werden, damit sich keine neuen Königinnen entwickeln können. Diese verlassen im Herbst das Nest und gründen einen eigenen Schwarm. Apisuisse hofft deshalb, dass die Verantwortlichen der Kantone schnell reagieren, um die Verbreitung zu bekämpfen.

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