Bodensee: Asiatische Muschel hat die Schweiz erreicht
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BodenseeAsiatische Muschel hat die Schweiz erreicht

Am Ufer des Bodensees gibt es immer mehr Körbchenmuscheln. Was für einige ein Genuss bedeutet, kann bei technischen Anlagen zum Problem werden.

von
jeh
Die Corbicula fluminea, auch bekannt als Körbchenmuschel kommt immer häufiger am Bodensee vor.

Die Corbicula fluminea, auch bekannt als Körbchenmuschel kommt immer häufiger am Bodensee vor.

Erstmals wurde die Corbicula flumniea, auch bekannt als Körbchenmuschel, 2004 im Bodensee festgestellt, allerdings nur am österreichischen und deutschen Ufer. Inzwischen tritt sie auch in der Schweiz auf: in Arbon, zwischen Romanshorn und Kreuzlingen, sowie zwischen Rorschach und Altenrhein. «Auch am Untersee, im Ermatinger Becken, sind die Muscheln angekommen», sagt der Biologe Peter Rey vom Forschungsinstitut Hydra in Konstanz gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Maximal vier Zentimeter gross

Die grob gerippten Körbchenmuscheln stammen ursprünglich aus Asien. In den 1920er-Jahren gelangte sie im Ballastwasser grosser Frachtschiffe nach Nordamerika. Anfang 80er-Jahre erreichten sie Europa. Vom Rheindelta aus gelangten sie in den Hochrhein und von dort in den Bodensee.

An manchen Stellen gibt es gemäss der «Thurgauer Zeitung» bis zu 5000 Muscheln pro Quadratmeter. Ihr Lebensraum ist vor allem das Flachwasser. «Sie sind anspruchslos und leben dort, wo sie genügend Nahrung finden», sagt Peter Rey. Da die Muscheln mit dem Alter grösser werden, bekomme man den Eindruck, die Muschelpopulation wachse. Im Bodensee erreichen die Tiere laut Rey eine Schalenbreite von vier Zentimetern.

Muscheln dort lassen, wo sie sind

Für Muschel-Liebhaber wichtig: Die Corbicula fluminea ist essbar. «Das ist jedoch Geschmackssache», sagt Peter Rey. Die Tiere würden stark nach Eisen schmecken.

Fachleute sehen allerdings auch Risiken: Zum einen könnten die Körbchenmuscheln Krankheitserreger verschleppen, deshalb dürften sie nicht in offenen Gewässern ausgesetzt werden, wie Rey mahnt. Probleme kann es auch bei technischen Anlagen geben, etwa wenn sich die Muscheln an Rohren und Pumpen festsetzen und die verstopfen. Deshalb rät auch Roman Kistler, Chef der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung, die Muscheln nicht in andere Gewässer oder in einem Aquarium auszusetzen. Werde ein Aquarium geleert, könnten die Muscheln über die Kanalisation in Bäche gelangen, befürchtet Kistler.

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