Aktualisiert 31.01.2012 13:42

Gepimpter Roboter

Asimo 2.0 - Härter, besser, schneller, stärker

Honda unterzog seinen Roboter einer Generalüberholung: Die Menschenmaschine kann joggen, auf einem Bein hüpfen, fast selbständig denken und wäre für Katastropheneinsätze denkbar.

von
dga

Der japanische Honda-Konzern hat eine verbesserte Version seines menschenähnlichen Roboters «Asimo» vorgestellt. Der Roboter von der Grösse eines Kindes kann sich nun schneller bewegen, auf unebenen Oberflächen besser die Balance halten, auf einem Bein hüpfen und sogar beinahe selbst denken, wie es am Dienstag bei der Präsentation im japanischen Forschungszentrum von Honda in Wako hiess.

Die für «Asimo» entwickelte Technik werde auch bei der Entwicklung eines Roboter-Greifarms genutzt, der im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima etwa zum Öffnen und Schliessen von Ventilen benutzt werden könnte, hiess es weiter. Damit reagiert der Konzern auch auf Kritik, dass der 2000 erstmals vorgestellte «Asimo» kaum praktischen Nutzen habe und eigentlich nur ein Spielzeug und nettes technisches Schaustück für Honda sei.

«Asimo» im Atomkraftwerk

Honda-Präsident Takanobu Ito räumte ein, dass sogar daran gedacht wurde, «Asimo» in den Atomreaktor zu schicken, um bei den Arbeiten in Fukushima zu helfen. Das sei aber nicht möglich, weil sich der Roboter nicht in dem Schutt bewegen könne und weil die empfindlichen Computerbauteile durch die Strahlung zerstört würden.

Aber «Asimo» hat einiges dazu gelernt seit der letzten Version von 2005. So kann er nun mit etwa neun Kilometern pro Stunde joggen, statt nur sechs Kilometern in der Stunde. Auch bewegt er sich geschmeidiger als früher. Der Roboter kann jetzt auch die Stimmen von bis zu drei Personen unterscheiden, die gleichzeitig sprechen. Dazu analysiert er den Klang und nutzt auch eine Gesichtserkennung.

Der neue «Asimo» kann jetzt auch seine Hände besser benutzen und jeden Finger einzeln bewegen. So kann er sich auch über Zeichensprache verständlich machen. Er konnte in der Vorführung auch eine Thermoskanne öffnen und Saft in einen Pappbecher giessen. Wie Ito erklärte, nutzt «Asimo» eine künstliche Intelligenz, mit der er auch alleine, ohne Fernsteuerung durch Menschen sicher manövrieren könnte. Aber bis zur Marktreife von «Asimo» sei es noch ein langer Weg, räumte Ito ein.

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