Cyber-Mobbing: Ask.fm nach Teenager-Suizid unter Druck
Aktualisiert

Cyber-MobbingAsk.fm nach Teenager-Suizid unter Druck

Auf dem Social-Media-Dienst Ask.fm kann anonym kommentiert werden. Nachdem zwei Teenager durch Cyber-Mobbing in den Selbstmord getrieben wurden, springen die ersten Werbekunden ab.

von
kri

Mit Twitter kann Ask.fm mit seinen 65 Millionen Nutzern noch nicht mithalten, doch der Dienst in 36 Sprachen wächst rasant. Nun bekommt die Erfolgsgeschichte aus dem lettischen Riga erstmals einen groben Kratzer: Ein 14-jähriges Mädchen aus England nahm sich vor einer Woche das Leben, nachdem sie auf der Plattform aufs Übelste gemobbt worden war. Während Monaten wurde Hannah Smith laut ihren Eltern aufgefordert, «sich umzubringen» und «Bleichmittel zu trinken».

Im Unterschied zu Twitter kann auf Ask.fm auch anonym kommentiert werden. Wegen der fehlenden sozialen Kontrolle steht der Dienst nun massiv in der Kritik. Selbst Premierminister David Cameron hat sich in die Debatte eingeschaltet: Er rief Eltern und generell Internetuser dazu auf, Dienste wie Ask.fm zu boykottieren. Zudem versprach er, nach Wegen zu suchen, wie der Staat künftig solche Tragödien verhindern kann. Im April hatte sich unter ähnlichen Umständen bereits ein 15-jähriger Teenager das Leben genommen.

Die beiden Firmengründer Mark and Ilja Terebin betonen in einem offenen Brief, dass Ask.fm zwar anonyme Kommentare erlaubt, man über IP-Adressen aber sehr wohl in der Lage sei, die Herkunft eines Kommentars zu ermitteln. Das Unternehmen werde den Behörden die entsprechenden Daten hinter der Mobbing-Attacke auf Hannah Smith übergeben. Werbekunden wie McDonalds, eBay und British Airways haben derweil angekündigt, keine Anzeigen mehr auf Ask.fm zu schalten.

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