Street-Art: Asphalt-Picasso vollendet seine Illusion
Aktualisiert

Street-ArtAsphalt-Picasso vollendet seine Illusion

Der weltbekannte Street-Art-Künstler Julian Beever (58) hat sein dreidimensionales Kunstwerk auf dem Claraplatz vollendet. Vier Tage Malerei benötigte er mit Kreide und Pigmenten.

von
Chris Stoecklin
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Hier entsteht eine Illusion. Am Donnerstag waren erste Züge des Kunstwerks auf dem Claraplatz bereits ersichtlich.

Hier entsteht eine Illusion. Am Donnerstag waren erste Züge des Kunstwerks auf dem Claraplatz bereits ersichtlich.

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Das Endprodukt wurde bereits vor der Umsetzung auf dem Asphalt auf einem kleinen Notizblock vorgemalt. Jetzt muss Beaver das ganze nur noch innerhalb von 4 Tagen auf den Asphalt übertragen.

Das Endprodukt wurde bereits vor der Umsetzung auf dem Asphalt auf einem kleinen Notizblock vorgemalt. Jetzt muss Beaver das ganze nur noch innerhalb von 4 Tagen auf den Asphalt übertragen.

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Der Engländer dokumentiert jeden Arbeitsschritt durch Fotos und Video. Die Kamera im Zentrum ist der Fixpunkt für die Illusion. Aus dieser Perspektive überlegt er sich jeden weiteren Arbeitsschritt.

Der Engländer dokumentiert jeden Arbeitsschritt durch Fotos und Video. Die Kamera im Zentrum ist der Fixpunkt für die Illusion. Aus dieser Perspektive überlegt er sich jeden weiteren Arbeitsschritt.

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Mitten in einem Einkaufszentrum geht es plötzlich runter in eine Burg, aus der verzweifelt Menschen hochklettern wollen. In einer Fussgängerzone schwimmt ein riesiger Fisch im Meer: Solche Illusionen schafft der Künstler Julian Beaver mit seinen 3-D-Bildern im öffentlichen Raum. «Bei manchen Bildern kann man kaum noch unterscheiden, was echt und was gemalt ist», heisst es etwa auf Wikipedia dazu. Auch im Internet sind die Bilder des 56-jährigen Engländers der Renner. Hunderte seiner Illusionen haben bereits Metropolen auf der ganzen Welt verziert.

Seit Mittwoch arbeitete er nun an einer seiner dreidimensionalen Illusionen auf dem Claraplatz in Basel. Der Künstler brauchte vier Tage, um sein Kunstwerk aus Kreide und Pigmenten fertigzustellen. Eine spezielle Lackierung soll es nun vor Regen schützen.

Der Engländer, der auch «Asphalt-Picasso» genannt wird, öffnet auf künstlerische Art und Weise den Boden des Claraplatzes. Sein Plan für Basel: «Ich möchte den Kontrast zeigen zwischen antiken Ruinen, der Archäologie und den ultraschnellen, farbigen Glasfaserkabeln unter Basel. Kurz gesagt, den Unterschied zwischen alt und neu», erklärt Beaver.

Glasfasernetz im Fokus

Beavers Auftraggeber in Basel, die Telekomgesellschaft Wingo, will mit Hilfe des Künstlers die Aufmerksamkeit der Stadtbewohner auf das hiesige Glasfasernetz lenken. «Basel hat eine der dichtesten Glasfaserabdeckungen der Schweiz. Die Bevölkerung allerdings nutzt es kaum, oder weiss nicht einmal, dass es vorhanden ist», erklärt Wingo-Markenleiter Yann Steulet.

Für Beaver ist es bei weitem nicht das erste Mal, dass er im Rahmen einer Werbeaktion künsterlisch aktiv wird. «Wenn ich eine eigene Idee habe und diese Umsetzen kann, mache ich das schon. Nur davon kann ich leider nicht leben», erklärt er. In anderen Städten malte er bereits für Weltmarken wie Levi's, Coca Cola, Ballantines oder DHL.

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