Syrien immer brutaler: Assad feuert mit Scud-Raketen auf Rebellen
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Syrien immer brutalerAssad feuert mit Scud-Raketen auf Rebellen

Syriens Präsident Assad greift im Kampf gegen die Aufständischen zu immer härteren Mitteln. Wie die New York Times schreibt, greift er mittlerweile zur selben Waffe wie einst Saddam Hussein.

von
aeg

Der Krieg in Syrien wird härter. Wie die «New York Times» schreibt, haben die Regierungstruppen von Präsident Baschar al Assad Scud-Raketen gegen die Aufständischen eingesetzt. Die aus russischer Produktion stammenden Mittelstreckenwaffen können chemische und biologische Kampfstoffe transportieren. Auch Saddam Hussein setzte die Scud-Raketen in den 90er Jahren ein. Die «New York Times» beziehen sich auf US-Geheimdienstquellen.

Doch damit nicht genug. Die syrische Armee hat nach Angaben von Menschenrechtlern Brandbomben über Wohngebiete abgeworfen. Human Rights Watch (HRW) forderte die Führung in Damaskus am Mittwoch auf, künftig auf den Einsatz der mit Phosphor und Napalm gefüllten Bomben zu verzichten.

Derartige Waffen verursachten besonders schweres menschliches Leiden und richteten erhebliche Sachschäden an, sagte HRW-Direktor Steve Goose in Beirut. Nach Erkenntnissen der Organisation werden zwei Waffensysteme sowjetischer Bauart eingesetzt, von denen eines 48 Einzelsprengsätze enthält, die sich über eine Fläche von der Grösse eines Fussballfelds verteilen.

Demo gegen Krieg in Syrien

Die Erkenntnisse über den Einsatz von Brandbomben stammen laut HRW aus der Befragung von Zeugen und der Auswertung von Videos. In mindestens vier Gebieten, darunter zwei Vorstädten von Damaskus, seien derartige Waffen abgeworfen worden.

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Kämpfe zwischen Kurden und Arabern in Grenzort

In der syrischen Ortschaft Ras al-Ain kam es zu heftigen Gefechten zwischen Kämpfern der Partei Kurdische Demokratische Union und Angehörigen einer arabischen Miliz. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete unter Berufung auf Augenzeugen, es seien am Mittwoch fünf Menschen verletzt worden.

Ras al-Ain liegt an der Grenze zur Türkei. Die meisten der arabischen Bewohner der Region lehnen die Autonomiebestrebungen kurdischer Parteien ab.

Landesweit wurden nach Angaben von Aktivisten am Mittwoch 41 Menschen getötet. Die meisten von ihnen starben in den Provinzen Damaskus-Land und Deir as-Saur. Bei Angriffen auf zwei Kleinstädte in der Provinz Aleppo sollen auch vier Kinder ums Leben gekommen sein.

Explosion erschüttert syrisches Innenministerium

Eine Explosion hat am Mittwoch staatlichen Medienberichten zufolge das Gebäude des Innenministeriums in der Hauptstadt Damaskus erschüttert. Der britische Rundfunksender BBC meldete unter Berufung auf das Staatsfernsehen, bei der Explosion sei der Haupteingang des Gebäudes im Bezirk Kafar Susse getroffen worden. Über mögliche Todesopfer oder Schäden war zunächst nichts bekannt. (aeg/sda/dapd)

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