Bericht: Assad setzt Chlor-Gas gegen syrische Dörfer ein
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BerichtAssad setzt Chlor-Gas gegen syrische Dörfer ein

Chemiewaffen-Inspektoren prangern Methoden des syrischen Bürgerkriegs an. Das syrische Regime habe giftiges Chlor-Gas gegen seine eigene Bevölkerung eingesetzt.

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Als Beweis für die Chlorin-Gas-Angriffe liegen der UN 152 Videos und 189 Beweisstücke vor. So etwa Fotos von Schauplätzen und dem Chlorin-Zylinder einer Fassbombe. Bereits 2013 versuchten UN-Mitarbeiter, einem Giftgas-Angriff in Syrien nachzugehen (Bild 2013).

Als Beweis für die Chlorin-Gas-Angriffe liegen der UN 152 Videos und 189 Beweisstücke vor. So etwa Fotos von Schauplätzen und dem Chlorin-Zylinder einer Fassbombe. Bereits 2013 versuchten UN-Mitarbeiter, einem Giftgas-Angriff in Syrien nachzugehen (Bild 2013).

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Auch 2013 wurden Giftgasangriffe mit Chlorin nahe Damaskus geahndet.

Auch 2013 wurden Giftgasangriffe mit Chlorin nahe Damaskus geahndet.

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Einer der Wagen der UN-Chemiewaffeninspektoren in Syrien wurde am 26. August 2013 von Scharfschützen beschossen. Die Mitglieder des Teams seien unverletzt, hätten ihre Mission aber unterbrechen müssen, um das Fahrzeug zu ersetzen. Die Schüsse fielen demnach in einer Pufferzone zwischen den von Rebellen und Regierungstruppen kontrollierten Teilen von Damaskus.

Einer der Wagen der UN-Chemiewaffeninspektoren in Syrien wurde am 26. August 2013 von Scharfschützen beschossen. Die Mitglieder des Teams seien unverletzt, hätten ihre Mission aber unterbrechen müssen, um das Fahrzeug zu ersetzen. Die Schüsse fielen demnach in einer Pufferzone zwischen den von Rebellen und Regierungstruppen kontrollierten Teilen von Damaskus.

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Im syrischen Bürgerkrieg ist UN-Inspektoren zufolge Chlor-Gas gegen drei syrische Ortschaften eingesetzt worden. Die Vorwürfe liessen sich «mit grosser Sicherheit» bestätigen, hiess es. Welche Konfliktpartei jedoch das Gift einsetzte, blieb im Untersuchungsbericht der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) offen.

Die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad und die gegen sie kämpfenden Rebellen beschuldigen sich gegenseitig. Untersucht wurden Angriffe ab April auf die nordsyrischen Ortschaften Talmenes, Al-Tamana und Kafr Sita. Zwischen 350 bis 500 Menschen wurden demnach verletzt, mindestens 13 davon starben, hiess es.

USA: Werk des syrischen Regimes

Der Report fusst auf Interviews mit Bewohnern der Dörfer Talmenes und Al Tamana in der Provinz Idlib und der Ortschaft Kafr Sita in der Region Hama. 32 von 37 der Befragten erklärten demnach, sie hätten zum Zeitpunkt der Angriffe Helikopter mit Fassbomben und giftigen Chemikalien über dem Dorf gesehen oder gehört.

16 weitere Anwohner suchten demnach die Schauplätze auf und gaben an, die Bomben oder deren Reste gesehen zu haben. 29 Menschen hätten zudem den «markanten Geruch der Gaswolke» gerochen, der nach dem Einschlag der Bombe freigesetzt worden sei. Zum Bericht gehören zudem Beschreibungen von 152 Videos und 189 Beweisstücken sowie Fotos von Schauplätzen und dem Chlor-Zylinder einer Fassbombe.

Über die Verantwortlichen für die Angriffe äusserten sich die Autoren nicht. Doch die amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power machte die Regierung in Damaskus als Schuldigen aus. «Nur das syrische Regime benutzt (Helikopter)», twitterte sie. Ihm müsse klargemacht werden, dass es nicht genug sei, nur deklarierte Chemiewaffen zu zerstören. Das Abwerfen von mit Chemikalien bestückten Sprengstoffen auf Zivilisten müsse aufhören, forderte Power.

Chlor-Gas ist leicht erhältlich

Der stellvertretende syrische Aussenminister Fajsal Mekdad hatte den Einsatz von Chemiewaffen oder Chlor-Gas durch Regierungstruppen bereits im Dezember bei einem OPCW-Treffen vehement zurückgewiesen.

Die Untersuchungsmission wurde am 29. April ins Leben gerufen, um Vorwürfe rund um den mutmasslichen Einsatz von Chlor-Gas zu «feindlichen Zwecken» in Syrien zu prüfen. Das Gas ist leicht zu bekommen und wird weltweit in der Industrie verwendet, kann jedoch auch als Waffe eingesetzt werden.

Syrien hätte Chemiewaffen schon lange zerstören sollen

Chlor-Gas wird zwar nicht offiziell als chemisches Kampfmittel geführt. Doch acht Mitgliedsstaaten des UN-Sicherheitsrats, darunter die USA und Jordanien, legten dem jüngsten OPCW-Bericht Ende Dezember einen Brief bei, in dem sie auf eine Resolution vom September 2013 verwiesen, die Syrien zur Zerstörung seines Chemiewaffenarsenals auffordert.

Am Dienstag wurde der Report zu den mutmasslichen Chlor-Gas-Attacken im Sicherheitsrat diskutiert. Diplomaten zufolge drangen die USA, andere westliche Länder sowie Jordanien auf eine rasche Reaktion des höchsten UN-Gremiums. Doch Russland, der engste Verbündete Syriens, beharrte darauf, dass die Erkenntnisse des Berichts allein Sache der OPCW seien.

Wie wirkt Chlor-Gas?

Eingeatmetes Chlor-Gas greift die Lunge an. Das Gift verursacht Atemnot, Erstickungssymptome und kann zu einem lebensbedrohlichen toxischen Lungenödem führen.

Als chemische Waffe wurde Chlorgas erstmals im Ersten Weltkrieg eingesetzt. Die Anwendung von Chlor als Giftgas gegen Menschen erstreckt sich - so Indizien - bis in die Gegenwart. Human Rights Watch spricht von «starken Hinweisen», dass Regierungstruppen in Syrien Mitte Mai 2014 Chlorgas aus der Luft in «Fassbomben» abgeworfen haben; diese platzen beim Aufprall und das Gas wird freigesetzt.

(SDA)

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