Wikileaks-Gründer: 130 Prominente fordern Assanges Freilassung
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Wikileaks-Gründer130 Prominente fordern Assanges Freilassung

In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung haben sich über 100 Prominente hinter Julian Assange gestellt.

von
dmo
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Leidet nach Angaben von Freunden seit Monaten unter gesundheitlichen Problemen: Julian Assange auf dem Weg ins Gericht. (Archivbild)

Leidet nach Angaben von Freunden seit Monaten unter gesundheitlichen Problemen: Julian Assange auf dem Weg ins Gericht. (Archivbild)

AP/Kirsty Wigglesworth
Unter Protesten findet in London der Prozess gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange statt. (24.02.20)

Unter Protesten findet in London der Prozess gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange statt. (24.02.20)

Getty Images/Leon Neal
Assange klagte,  er könne sich wegen des Lärms vor dem Gerichtssaal nicht konzentrieren. (24.02.20)

Assange klagte, er könne sich wegen des Lärms vor dem Gerichtssaal nicht konzentrieren. (24.02.20)

Getty Images/Peter Summers

Seit April 2019 sitzt Julian Assange in einem Hochsicherheitsgefängnis in Grossbritannien eine fast einjährige Haftstrafe wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen ab. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London versteckt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen der Vergewaltigungsvorwürfe zu entgehen. Die schwedische Justiz hat die Ermittlungen gegen Assange wegen mutmasslicher Vergewaltigung inzwischen eingestellt.

In den USA ist der Wikileaks-Gründer wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstössen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Derzeit läuft das Auslieferungsverfahren dazu in Grossbritannien. Am 24. Februar soll es zur Anhörung kommen.

Erhebliche rechtsstaatliche Mengel

Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag berichtet, haben jetzt mehr als 130 Politiker, Künstler und Journalisten in Deutschland eine Erklärung unterzeichnet. Zu ihnen gehören auch der frühere deutsche Aussenminister Sigmar Gabriel und der Enthüllungsjournalist und Initiator der Aktion, Günter Wallraff. In dieser sprechen sie sich für die Freilassung des Wikileaks-Gründers aus.

Dabei berufen sie sich unter anderem auf Nils Melzer, den UN-Sonderberichterstatter für Folter. Dieser erhebt schwere Vorwürfe gegen die Behörden in Grossbritannien, Schweden sowie Ecuador und den USA. Laut Melzer werde an Assange ein ein Exempel statuiert, um Journalisten einzuschüchtern. Zudem stellte er beim Ermittlungsverfahren in Schweden und dem Urteil in Grossbritannien erhebliche rechtsstaatliche Mengel fest. Wie Wallraff ergänzte, gehe es nicht nur um Assange selbst, sondern um die Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit.

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