Luzern: Assistenzärzte kritisieren Spitalleitung
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LuzernAssistenzärzte kritisieren Spitalleitung

Die Assistenzärzte des Kantonsspitals Luzern leisten immer mehr Überstunden. Jetzt fordern sie von der Spitalleitung, dass das Arbeitsgesetz endlich eingehalten wird.

von
Lena Berger/Stefanie Nopper
Benno Fuchs, Direktor des Luzerner Kantonsspitals. Foto: ber

Benno Fuchs, Direktor des Luzerner Kantonsspitals. Foto: ber

Unter den Angestellten des Luzerner Kantonsspitals brodelt es – die Spitalleitung reagiert deshalb unter anderem mit Lohnerhöhungen (siehe Box). Besonders schlecht ist die Stimmung unter den Assistenzärzten der inneren Medizin, wie Recherchen von 20 Minuten ergeben haben. «Während der letzten Monate hat der Stress deutlich zugenommen – es kam zu kurzfristigen Dienstplanänderungen und Doppelschichten bei Krankheitsausfällen, zudem können die Urlaubstage nicht immer bezogen werden», sagt ein Assistenzarzt, der aus Angst vor allfälligen Konsequenzen anonym bleiben will. Auf den Stationen seien 60-Stunden-Wochen oder mehr an der Tagesordnung. «Darunter leidet das Privatleben – das gilt besonders für Kollegen mit Familie.» Und: Die anfallende Überzeit könne weder zeitlich noch finanziell kompensiert werden. «Wir fordern deshalb, dass das Arbeitsgesetz endlich eingehalten wird», so der Assistenzarzt.

LUKS-Personalleiter Hans-Rudolf Meier bestätigt auf Anfrage, dass in der inneren Medizin weniger Überstunden ausgezahlt würden als zum Beispiel in der Chirurgie. Auch komme es vor, dass Überzeit nicht zeitlich kompensiert werden könne. «Um die 50-Stunden-Woche einzuhalten, wird aber laufend überprüft, ob neue Stellen geschaffen werden müssen.» So sollen nächstes Jahr im ganzen Spital hundert neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zudem werde diskutiert, ob administrative Arbeiten an nichtmedizinisches Personal übertragen werden könnten.

Lohnerhöhung angekündigt

Das Personal des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) erhält künftig mehr Lohn. Für das laufende Jahr gibt es rückwirkend eine einmalige Zulage – im kommenden Jahr sollen die Löhne dann «merklich» ansteigen. Dies teilte die Spitalleitung gestern an einer Medienkonferenz mit. Diese war kurzfristig anberaumt worden als Reaktion auf Medienberichte über gehäufte Kündigungen. Angestrebt würden marktkonforme Löhne, sagte LUKS-Direktor Benno Fuchs. Im Bereich der spezialisierten Fachkräfte, wo der Arbeitsmarkt besonders ausgetrocknet sei, lägen die Löhne in Luzern bisher rund zehn Prozent unter dem Schweizer Mittel.

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