Aktualisiert 28.03.2014 07:33

Fehlfunktion

Astronauten hängen in Raumkapsel fest

Eine Sojus-Kapsel hat im Anflug zur ISS eine Kurskorrektur verweigert. Während Experten am Boden an der Behebung der Panne arbeiten, verzögert sich die Reise bis Donnerstag.

von
jcg

https://www.20min.ch/wissen/news/story/22861548 (Video: Reuters)

Eigentlich sollte die Reise zur internationalen Raumstation ISS in der engen Sojus-Kapsel gerade einmal sechs Stunden dauern. Nun müssen es die zwei russischen Kosmonauten und der amerikanische Astronaut noch etwas länger miteinander aushalten. Wegen eines Antriebsproblems verzögert sich ihre Ankunft um rund zwei Tage. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Das Raumschiff Sojus TMA-12M war am Dienstag erfolgreich in Baikonur in Kasachstan gestartet. Zunächst lief alles wie geplant. Zu Panne kam es, als ein Steuertriebwerk zwecks Kurskorrektur zum dritten Mal hätte gezündet werden sollen. Oleg Ostapenko, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos, gab als Grund einen Fehler im Ortsbestimmungssystem des Raumschiffs an. Die Raumfahrer hätten ihre Raumanzüge abgelegt, und es sich für den verlängerten Flug bequem gemacht. Die Mannschaft arbeite nun daran, das Raumschiff in die richtige Bahn zu lenken, um es für das Andockmanöver fertig zu machen.

Der Chef der russischen RKK Energia Raketenfabrik, Witali Lopota, sagte laut Nachrichtenagentur Interfax, Schuld an der Verzögerung seien Softwareprobleme. Es werde aber auch nach anderen Fehlern gesucht.

Crew ist wohlauf

Laut Nasa sei die Crew guter Stimmung, und es bestehe keine Gefahr. Alle Systeme an Bord arbeiteten fehlerlos. An Bord der Kapsel habe es Vorräte für mehrere Tage. Die drei Raumfahrer Steve Swanson, Alexander Skworzow and Oleg Artemjew sollen sechs Monate auf der ISS verbringen.

Auf der Raumstation sind bereits seit November der japanische Astronaut Koichi Wakata, der Amerikaner Rick Mastracchio und der Russe Michail Tjurin. Normalerweise benötigen die russischen Raumschiffe zwei Tage, um die ISS zu erreichen. Der aktuelle Flug war als erst die fünfte nur sechs Stunden dauernde «Schnellreise» zur Station geplant.

Die USA zahlen Russland beinahe 71 Millionen Dollar (62 Millionen Franken) pro Flug für einen Astronauten. Anfang des Monats hatte Nasa-Verwaltungsleiter Charles Boden gesagt, die Ukraine-Krise werde keinen Einfluss auf die gemeinsamen Raumfahrtprojekte haben. «Die Partnerschaft bleibt intakt und normal.»

Der Start des Sojus-Raumschiffs am Dienstagabend. (Video: Youtube/VideoFromSpace)

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