Planetarien : Astronomen sorgen sich wegen Satelliten um den Sternenhimmel
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Planetarien Astronomen sorgen sich wegen Satelliten um den Sternenhimmel

Immer mehr Satelliten kreisen um die Erde. Astronomen sind besorgt, da die steigende Zahl der Satelliten problematisch für die Forschung ist.

Immer mehr Satelliten befinden sich im Orbit. 

Immer mehr Satelliten befinden sich im Orbit.

Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Astronomen haben sich besorgt über die rasante Zunahme der Zahl künstlicher Satelliten am Nachthimmel geäussert. Die Satelliten hätten erhebliche Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Sternenhimmels und die Erforschung des Universums, warnten am Montag die Astronomische Gesellschaft, die Vereinigung der Sternfreunde und die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien. Notwendig seien internationale Vereinbarungen zum Schutz des Nachthimmels als menschliches Kulturgut und Forschungsobjekt.

Astronomische Forschungseinrichtungen, Sternwarten und Planetarien erhielten den Angaben zufolge in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von teils besorgten Anfragen. Hintergrund seien die vom privaten US-Raumfahrtunternehmen SpaceX seit Mai 2019 massenhaft in die Erdumlaufbahn gebrachten Starlink-Satelliten, die in Gruppen über den Himmel ziehen.

SpaceX will mit Starlink eine satellitenbasierte Infrastruktur für Hochgeschwindigkeits-Internetanbindungen weltweit bereitstellen. Hierfür seien im endgültigen Ausbau der Konstellation über 30.000 Satelliten vorgesehen, was die Zahl aller bislang in der Erdumlaufbahn befindlichen Satelliten bei weitem übersteige, gaben die astronomischen Organisationen zu bedenken. Weitere Unternehmen planten teils ähnliche Projekte.

Satelliten beeinträchtigen «Naturwunder»

«Die Astronomie ist sich der Bedeutung der Internetanbindung entlegener Regionen der Erde sowie weiterer technologischer Entwicklungen bewusst», heisst es in der Stellungnahme. Für Astronomen sei aber der Schutz des Sternenhimmels als einzigartiges Kulturerbe der Menschheit ein zentrales Anliegen.

Das Erleben dieses «Naturwunders» sei bereits in grossen Teilen der Erde in höchstem Masse durch übermässige künstliche Beleuchtung stark beeinträchtigt – Astronomen nennen dieses Phänomen Lichtverschmutzung. Angesichts der massenhaften Zunahme von Satelliten werde ein ungetrübter Blick in den Sternenhimmel selbst in bislang von der Lichtverschmutzung weitgehend unbehelligten Regionen der Erde nicht mehr möglich sein.

Mit zehntausenden zusätzlichen Objekten in der Erdumlaufbahn sei es ein realistisches Szenario, dass am Nachthimmel mehrere tausend über das Firmament ziehende Satelliten die Sternbeobachtung behindern. «Ihre Zahl übersteigt dann die der mit blossem Auge sichtbaren Sterne», erklärten die Organisationen. Dies werde den Nachthimmel, dessen Anblick die Menschheit seit Anbeginn fasziniere und inspiriere, «für immer verändern».

Auch werde die Erforschung des Universums durch die grosse Satellitenzahl erheblich beeinträchtigt. Himmelsaufnahmen in der Amateurastronomie würden ebenso gestört wie professionelle astronomische Beobachtungen mit modernen Teleskopen, auch im Infrarot- und Radiowellenbereich. Zudem stelle die massiv steigende Zahl der künstlichen Satelliten ein Risiko für die Raumfahrt dar, weil zwangsläufig die Gefahr von Kollisionen steige.

(dpa)

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