Asyl-Anschlag: Polizei tappt im Dunkeln

Aktualisiert

Asyl-Anschlag: Polizei tappt im Dunkeln

Einen Tag nach den sieben Schüssen auf eine Asylbewerberunterkunft in Birr AG hat die Kantonspolizei Aargau keine neuen Erkenntnisse zur Täterschaft. In der Unterkunft leben abgewiesene Asylbewerber.

Neue Hinweise aus der Bevölkerung seien bisher nicht eingegangen, sagte Polizeisprecher Bernhard Graser auf Anfrage am Montag. Die Polizei sucht ein dunkelfarbiges Auto, vermutlich einen «VW Golf 3». Das Fahrzeug war von Anwohnern am Tatort beobachtet worden.

Am frühen Sonntagmorgen waren aus dem fahrenden Auto sieben Schüsse aus einer Faustfeuerwaffe auf die Unterkunft abgegeben worden. Alle sechs Bewohner der Unterkunft blieben unverletzt.

Ersten Anschlag nachträglich publik gemacht

Auf die Asylunterkunft war bereits am 22. Januar kurz nach Mitternacht ein Brandanschlag mit zwei Molotow-Cocktails verübt worden. Diesen Anschlag machte die Polizei erst am Sonntag im Zusammenhang mit den Schüssen bekannt.

Diese späte Bekanntgabe habe «keinen bestimmten Grund» gehabt, sagte Graser dazu. Diese Täterschaft konnte bisher nicht ermittelt werden.

Patrouille kontrolliert in der Nacht

In der Unterkunft in Birr leben ausschliesslich männliche Asylbewerber mit einem so genannten Nichteintretensentscheid (NEE), wie Robert Jäger, Chef des kantonalen Sozialdienstes, auf Anfrage sagte. Sie erhielten Nothilfe.

An Wochentagen ist gemäss Jäger ein Betreuer vor Ort. In den Nachtstunden kontrolliere eine Patrouille die Notunterkunft und auch andere Asylheime mehrmals.

(sda)

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