Asyl in der CVP: Haller lehnt dankend ab
Aktualisiert

Asyl in der CVP: Haller lehnt dankend ab

Die CVP des Kantons Bern hat der Thuner SVP- Nationalrätin Ursula Haller angeboten, die nötigen Unterschriften zu liefern, damit sie am 24. Februar doch zur Regierungsratswahl antreten kann. Haller lehnt aber ab.

Für den Vorstand der bernischen CVP sei klar, dass jemand aus der SVP die Nachfolge des abtretenden Regierungsrats Werner Luginbühl (SVP) antreten müsse, teilte die CVP mit. Bernerinnen und Berner müssten aber am 24. Februar eine echte Wahl haben.

Damit das Volk zwischen dem offiziellen SVP-Kandidaten Christoph Neuhaus und Ursula Haller auswählen könne, sei die CVP deshalb bereit, die nötigen Unterschriften für eine Kandidatur Hallers zu liefern, schreibt die CVP weiter. «Wir bieten Ihnen Asyl», lässt die CVP Haller via Medienmitteilung wissen.

Bewusst für Haller

CVP-Vizepräsident Stefan Meierhans sagte auf Anfrage, der Entscheid des Vorstands habe nichts mit mangelnden internen Kandidaturen zu tun. Es hätten mehrere sehr gute Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung gestanden. Es handle sich um einen bewussten Entscheid zu Gunsten einer SVP-Kandidatur.

Nationalrätin Ursula Haller lehnte das Angebot am Dienstag postwendend ab. Sie habe nach dem überdeutlichen Verdikt der SVP im Berner Oberland klar gemacht, dass für sie eine wilde Kandidatur für den Regierungsrat nicht zur Verfügung stehe.

Das Angebot der CVP würde bedeuten, dass sie als Gegenkandidatin und ohne ihre Partei im Rücken antreten würde. Das komme nicht in Frage. Das Thema Regierunsrat habe sie definitiv abgehakt.

Nicht die «Art des feinen Mannes»

Haller zeigte sich auch nicht gerade begeistert vom Vorgehen der CVP. Die Partei habe sie vorgängig nicht angefragt, das sei nicht «die Art des feinen Mannes». Man müsse nun nicht das nationale Geschehen auch noch auf die kantonale Ebene tragen.

Es wäre zudem ein merkwürdiges Signal, wenn die CVP nun plötzlich SVP Frauen in ihre Ämter wählen würde, sagte die Berner Nationalrätin auf Anfrage.

Haller unterlag Ende November in einer SVP-internen Ausmarchung zwei Mitkonkurrenten, bevor die SVP vor ein paar Tagen in Belp Christoph Neuhaus zum alleinigen Kandidaten bestimmte. (sda)

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