27.04.2016 16:52

Sexuelle BelästigungAsylbewerber ist trotz Anklage auf freiem Fuss

Ein 19-jähriger Asylbewerber soll sich Anfang Februar an einer Betreuerin vergangen haben. Trotzdem ist der Sudanese nicht in Haft.

von
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Hier soll ein Asylbewerber versucht haben, eine Betreuerin zu vergewaltigen: Eingang zur Asylunterkunft beim Spital Laufenburg. (Bild: Screenshot Tele M1)

Hier soll ein Asylbewerber versucht haben, eine Betreuerin zu vergewaltigen: Eingang zur Asylunterkunft beim Spital Laufenburg. (Bild: Screenshot Tele M1)

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In der unterirdischen Asylunterkunft in Laufenburg AG soll es Mitte Januar zu dem Vorfall gekommen sein. Ein 19-jähriger Asylbewerber aus dem Sudan soll in der Waschküche eine Betreuerin sexuell belästigt haben. «Wir werfen dem Beschuldigten konkret vor, dass er dem Opfer mit seinen Händen über die Brüste gefahren ist und ihr dann gezielt zwischen die Beine gefasst hat», sagt Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aargau, zu Tele M1.

Die Staatsanwaltschaft hat den 19-Jährigen nun wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt. Gemäss ihr sollte der junge Mann hinter Gittern bleiben. «Die Staatsanwaltschaft hat wegen Fluchtgefahr einen Antrag auf Sicherheitshaft gestellt», sagt Strebel. Das Zwangsmassnahmengericht sei dann aber zum Schluss gekommen, dass man diesen Sicherheitsbedenken auch so begegnen könnte, dass der Beschuldigte in der neuen Asylunterkunft, in der er untergebracht wird, das Areal nicht verlassen darf. «Wenn ja, dann nur in Begleitung einer Betreuungsperson», erklärt Strebel. «Wir haben den Entscheid so akzeptiert.»

Zwei Jahre Gefängnis gefordert

Christoph Riner, SVP-Präsident des Bezirks Laufenburg, versteht nicht, warum der Asylbewerber trotz Anklage wieder auf freiem Fuss ist: «Ich bin negativ überrascht, dass man hier der Staatsanwaltschaft nicht gefolgt ist. Es heisst ja, dass man ihn jetzt in eine andere Asylunterkunft bringt. Doch wer garantiert, dass dort nichts geschieht? Ich kann das wirklich nicht verstehen.»

Der junge Mann könnte erst nach dem Gerichtsprozess wieder hinter Gitter kommen. Laut Tele M1 fordert die Staatsanwaltschaft zwei Jahre Gefängnis, davon ein Jahr unbedingt.

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