Häuschen aus Spanplatten : Asyldörfli wird dank neuen Hütten pünktlich eröffnet
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Häuschen aus Spanplatten Asyldörfli wird dank neuen Hütten pünktlich eröffnet

Nach dem Debakel mit den brandgefährlichen Ikea-Häuschen in Zürich-Oerlikon baut die Stadt nun Hütten aus Holz-Spanplatten. Diese sind aber viel teurer.

von
som

Nach dem schlechten Ergebnis des Brandtests von vergangenem Freitag sind die Ikea-Hütten namens Better Shelters in der Halle 9 der Messe Oerlikon wieder abgebaut. Eine übers Wochenende entwickelte Wohneinheit aus Holzwerkstoffplatten kann nun anstelle der Shelter eingesetzt werden, teilt die Stadt Zürich am Dienstag mit.

Weil das beteiligte Holzbau-Unternehmen aus der Region Zürich im Hochbetrieb und dank Extraschichten zwischen Weihnachten und Silvester die nötigen Elemente erstelle, könne das Übergangszentrum für Asylsuchende wie geplant am 4. Januar den Betrieb aufnehmen. Die «Better Shelters» sind zwar wieder abgebaut, nicht aber die Holzfundamente, auf die sie gestellt wurden.

Gebäudeversicherung gab grünes Licht für die Anlage

Auf diese werden nun gemäss der Stadt Wohneinheiten aus Holzspanplatten aufgebaut. Sie haben dieselben Masse wie die Shelter und können genauso mit vier Betten, vier Kästen, vier Stühlen und einem Tisch möbliert werden. Die Asylorganisation Zürich (AOZ) hat mit Partnern übers Wochenende einen entsprechenden Prototyp entwickelt und aufgebaut. Die kantonale Gebäudeversicherung hat gemäss der Stadt nach einer Besichtigung am Montagnachmittag grünes Licht für den Aufbau gegeben.

Die Holz-Shelter sind teurer als die Ikea-Häuschen, die pro Stück 1500 Franken kosten. Nun zahlt die Stadt für die neuen Hütten pro Stück 3800 Franken, inklusive Schichtzulage für Mitarbeitende. Die Montagezeit vor Ort beträgt etwa eine Stunde. Was mit den unterdessen wieder verpackten Better Shelters geschehen soll, ist laut der Stadt Zürich derzeit unklar. Verschiedene Personen hätten angeboten, einen Shelter zu kaufen. Aufgrund der schlechten Ergebnisse des Brandtests verzichte die AOZ jedoch auf den Wiederverkauf.

AOZ muss Mehrkosten tragen

Die entstandenen Mehrkosten übernimmt laut Thomas Kunz, Direktor AOZ, die AOZ: «Man hat Reserven dafür.» Für die Stadt fielen keine Mehrkosten an. Allerdings muss die AOZ nicht nur mehr Geld für die Hütten ausgeben, auch der ganze Ab- und Aufbau kostet laut Kunz: «Natürlich werden wir auch abklären, ob wir einen Teil der Kosten auf den Hersteller abwälzen können und ob er die Hütten zurück nimmt.»

Bis jetzt sei dies aber nicht im Vordergrund gestanden: «Wir haben mit Hochdruck an einer Ersatzlösung gearbeitet.» Ihm sei jetzt ein Stein vom Herzen gefallen, dass man diese gefunden habe: «Die Test der Gebäudeversicherung am Freitag war schon ein Schock.»

Stadt kann sich nichts vorwerfen

Erleichtert ist auch der zuständige Stadtrat Raphael Golta (SP): «Das war schon ein Rückschlag.» Trotzdem könne sich die Stadt nichts vorwerfen: «Wir mussten sehr schnell handeln, als wir Anfang November die Auflage bekamen 780 Asylbewerber aufzunehmen.» Da sei klar, dass es Hindernisse geben könnte: «Das ist nun passiert. Aber trotzdem können die Flüchtlinge pünktlich einziehen. Somit haben wir also unser Ziel erreicht.»

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