Asylentscheide müssen verstanden werden

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Asylentscheide müssen verstanden werden

Asylsuchende sollten einen Entscheid des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) in einer ihnen geläufigen und dem Wohnort entsprechenden Amtssprache erhalten.

Sonst könnte ihr Recht auf ein faires Verfahren und eine wirksame Beschwerde leiden.

Verfasst das BFF in Ausnahmefällen einen Entscheid in einer Amtssprache, die der asylsuchenden Person nicht geläufig und an ihrem Wohnort nicht gebräuchlich ist, sollte es eine geeignete Übersetzung mitliefern. Das präzisiert die Asylrekurskommission (ARK) in einem Grundsatzentscheid, wie sie am Dienstag mitteilte.

Unterbleibt eine geeignete Übersetzung - auch eine mündliche ist möglich - kann der Entscheid aufgehoben werden. Konkret hatte das BFF einer seit über zwei Jahren im Tessin wohnhaften und der italienischen Sprache mächtigen Person einen Entscheid auf französisch zugestellt und keine Übersetzungsmassnahmen getroffen.

Die ARK hob deswegen den Entscheid zwar nicht auf, denn die Person war durch einen Anwalt vertreten. Sie verpflichtet das BFF aber, dem Beschwerdeführer die für die Übersetzung des angefochteten Entscheides entstandenen bescheidenen Kosten zurückzuerstatten.

Das Asylgesetz sieht vor, dass das BFF die Verfahren in der Regel in jener Amtssprache führt, in der die kantonale Anhörung stattfand oder die am Wohnort der Asylsuchenden Amtssprache ist.

(sda)

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