Aktualisiert 03.02.2013 09:34

Testzentrum ZürichAsylsuchende dürfen in der Nacht nicht raus

Für das Testzentrum in der Stadt Zürich mit 500 Plätzen sollen dieselben Regeln gelten wie in den Empfangszentren an der Grenze. Nachts müssen die Asylsuchenden im Zentrum bleiben.

von
jep

«Die Asylbewerber können die EVZ zwischen 9 Uhr morgens und 17 Uhr abends kontrolliert verlassen. Es ist aber Bedingung, dass sie sich den Asylbehörden zur Verfügung halten. Falls eine Anhörung nicht stattfinden kann, weil der Asylsuchende nicht da ist, könnte sein Asylgesuch wegen fehlender Mitwirkung abgelehnt werden», sagt Mario Gattiker, Chef des Bundesamts für Migration (BFM) im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Gattiker kündigt zudem an, der Bund werde finanzielle Beiträge an die Sicherheitskosten leisten. Die Details würden im Rahmen des Betriebskonzepts zusammen mit der Stadt Zürich erörtert.

73'000 neue Zuwanderer

Derweil vermeldet die «NZZ am Sonntag», dass die Zahl der Zuwanderer in die Schweiz ist im letzten Jahr um knapp 3 Prozent gesunken ist. 2011 lag sie noch bei rund 75'000, 2012 bei rund 73'000. Das geht aus der neuesten Statistik hervor, die das Bundesamt für Migration auf seiner Internet-Site veröffentlicht hat. Gut 12 Prozent der Zuwanderer stammten letztes Jahr aus den osteuropäischen EU-Staaten. Knapp 6500 wanderten aus den sogenannten EU-8 ein: aus Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien, Slowakei, Estland, Litauen und Lettland. Knapp 2500 kamen aus Rumänien und Bulgarien.

Bei der EU-8 nahm die Zahl der Zuzüger seit Mai 2012 aber deutlich ab. Sie sank auf durchschnittlich 450 pro Monat, nachdem sie bei 700 gelegen hatte. Auf Anfang Mai hatte der Bundesrat für die EU-8-Staaten die sogenannte Ventilklausel verhängt.

Ansturm der Deutschen ist vorbei

Auch die Einbürgerungen sind 2012 zurückgegangen, wie der «Sonntag» berichtet. So sankt die Zahl gegenüber dem Vorjahr um fast zehn Prozent auf 33'456, wie neue Daten des Bundesamts für Migration (BfM) zeigen. Das ist der tiefste Wert seit über zehn Jahren. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den Serben und Deutschen, die lange Zeit die grösste Einwanderungsgruppe stellten, nun aber hinter die Italiener (4000 Einbürgerungen) zurückgefallen sind.

Das zeigt: Der Ansturm der Deutschen ist vorbei. Seit 2007 dürfen sie ihre Staatsbürgerschaft behalten, wenn sie Schweizer werden. Das sorgte zwei Jahre lang für einen rasanten Anstieg, der nun deutlich abgeflacht ist. 2012 haben sich nur noch 3300 Deutsche einbürgern lassen. Hinzu kommt, dass die EU-Bürger durch das Freizügigkeitsabkommen fast dieselben Rechte wie Schweizer besitzen. Weiter spielen wohl auch die gehobenen Anforderungen eine Rolle. So verlangen heute mehrere Kantone einen Sprachkurs.

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