Aktualisiert 09.07.2006 13:10

Asylsuchende kriegen neu Taschengeld vom Staat

Asylsuchende sollen mehr Beschäftigung und mehr Ausgang erhalten. Zudem sollen sie ein kleines Taschengeld erhalten erhalten.

Vorgesehen sind 3 Franken pro Tag, wie BFM-Sprecher Dominique Boillat am Sonntag sagte. Er bestätigte einen Bericht der «SonntagsZeitung». Das Taschengeld ermögliche den Asylsuchenden zum Beispiel zu telefonieren, sagte Boillat. Die Kosten betragen jährlich rund 1,2 Millionen Franken.

Beschäftigung und Ausgang

Das Bundesamt will ausserdem Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und zusammen mit den Gemeinden freiwillige Arbeitseinsätze anbieten. Die Asylsuchenden im Empfangszentrum in Chiasso könnten bereits heute kleinere Arbeiten verrichten und sich damit ein paar Franken verdienen, sagte Boillat.

Neben Taschengeld und Beschäftigung sollen die Asylsuchenden auch mehr Ausgang erhalten. Die Neuerungen werden laut Boillat in den nächsten Monaten schrittweise umgesetzt. Das Bundesamt verspricht sich davon weniger Spannungen in den Zentren.

Ursprünglich für Kurzaufenthalte

Die Empfangsstellen wurden ursprünglich für Kurzaufenthalte eingerichtet. Per 1. April erhöhte der Bundesrat die Aufenthaltsdauer in den Empfangsstellen von höchstens 30 auf 60 Tage, damit die Asylentscheide bereits dort gefällt und weniger Asylsuchende den Kantonen zugewiesen werden.

Die Erhöhung der Aufenthaltsdauer erfolgte im Rahmen der Revision des Asylverordnungsrechts. Der Bundesrat verabschiedete Massnahmen zum Abbau der Asylbürokratie, wie Justizminister Christoph Blocher damals erklärte. Das Asylsystem soll demnach auf 10 000 statt 20 000 neue Gesuche pro Jahr ausgerichtet werden.

(sda)

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