Asylsuchende und Arbeitslose sollen Bern putzen

Aktualisiert

Asylsuchende und Arbeitslose sollen Bern putzen

Bern will seinen Ruf als saubere Stadt zurückgewinnen. Der Gemeinderat will der um sich greifenden Wegwerfmentalität mit mehr Reinigungsleistungen, mit einer Sensibilisierungskampagne, aber auch mit Bussen begegnen.

Die Kampagne «Subers Bärn - zäme geit's» soll bereits im März beginnen. Eingeführt wird eine Abendreinigung in der Innenstadt und die verstärkte Reinigung bei den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. Vorgehen will die Stadt auch gegen das Wildplakatieren und an problematischen Orten mehr Abfalleimer aufstellen.

Beim vermehrten Reinigen sollen neben den Angestellten der Stadt auch Langzeitarbeitslose und Asylsuchende eingesetzt werden. Dies hätte «positive soziale Zusatzeffekte», wie die Gemeinderätinnen Edith Olibet und Regula Rytz ausführten.

Strenger büssen nach Euro

Auf die Karte Repression will der Gemeinderat erst nach der Euro 2008 stärker setzen, wie es in der Mitteilung vom Montag heisst. Vorgesehen ist, die Möglichkeiten des kommunalen und kantonalen Rechts zum Erteilen von Abfallbussen besser auszuschöpfen.

Die städtische Exekutive baut aber auch auf mehr Selbstverantwortung und ein Eindämmen der Wegwerfmentalität, welche die bisherigen Anstrengungen oft zunichte gemacht habe. Die geplante Sensibilisierungskampagne ist in Arbeit; die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (TVS) wird sie Mitte März vorstellen.

Die Kosten

Die TVS will die Massnahmen teilweise über die bereits bewilligten Globalbudgets finanzieren. Das werde aber nicht reichen; der Gemeinderat stellt dem Stadtrat Antrag für einen Nachkredit von 344 500 Franken. Das Stadtparlament wird darüber Ende Februar beschliessen. (sda)

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