Asymmetrie macht aggressiv
Aktualisiert

Asymmetrie macht aggressiv

Menschen mit asymmetrischem Körper neigen stärker zu Aggressionen. Das ergab zumindest eine US-Studie.

Die Forscher hatten erstmals die schon früher geäusserte Vermutung untersucht, dass ein asymmetrisches Äusseres mit einem Defekt im Nervensystem und verminderter Aggressionskontrolle einhergeht.

Die Wissenschaftler der Universität von Ohio massen bei 100 freiwilligen Versuchspersonen Ohren, Hände, Arme und Füsse und ermittelten daraus die Symmetrie. Unter dem Vorwand, ihre Überzeugungskraft prüfen zu wollen, liessen sie die Teilnehmer dann jeweils zwei Telefonate führen, in denen sie ihre Gesprächspartner dazu überreden sollten, Geld für einen wohltätigen Zweck zu spenden.

Die Teilnehmer wussten nicht, dass ihre beiden Gesprächspartner Mitarbeiter der Universität waren. Einer von ihnen lehnte das Anliegen in freundlicher Form ab, der zweite reagierte dagegen äusserst barsch. Die Aggressivität der Teilnehmer massen die Forscher daran, wie heftig sie den Telefonhörer auf die Gabel drückten. Die Studie ergab laut der Zeitschrift «Nature», dass diejenigen mit asymmetrischem Körper den Hörer deutlich häufiger auf die Gabel knallten als die anderen Teilnehmer.

Studienleiterin Zeynep Benderlioglu erklärt den Zusammenhang damit, dass Asymmetrie bei ungünstigen Bedingungen im Mutterleib entsteht. Diese wirken sich demnach sowohl sichtbar auf die körperliche Erscheinung aus, als auch auf das Nervensystem. Solche Defekte im Nervensystem können nach Einschätzung der Forscherin die Fähigkeit der Menschen beeinträchtigen, ihre Aggressionen zu kontrollieren. (dapd)

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