Atempause bei den KK-Prämien
Aktualisiert

Atempause bei den KK-Prämien

Die moderate Prämienerhöhung um drei Prozent, wie sie Gesundheitsminister Pascal Couchepin prophezeit, ist allerdings vorübergehend.

Bevor das Bundesamt für Gesundheit Ende September die Krankenkassenprämien bekannt gibt, hat das Krankenkassenkonkordat santésuisse am Freitag in Bern die Kostenentwicklung dargelegt. Die Kosten stiegen um 5,6 Prozent, die Prämien steigen moderat.

Christoffel Brändli, Präsident von santésuisse und Ständerat (SVP/GR), sagte, die Entspannung komme allein durch die Senkung der gesetzliche vorgeschriebenen Reserven auf 10 Prozent zustande. Die «Atempause» müsse zu konkreten Reformen genutzt werden, für die Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG).

Tatsächlich sind mit einem absoluten Plus von 1,2 Milliarden Franken die Kosten der obligatorischen Grundversicherung 2005 so stark gestiegen wie seit Einführung des Krankenversicherungsgesetzes 1996 nie. Seit damals betrug das Kostenwachstum 70 Prozent, 2005 steuerte 5,6 Prozent bei.

Wie santésuisse-Direktor Marc-André Giger sagte, ist der ambulante Spitalsektor mit einem Wachstum von fast 20 Prozent die Hauptursache. Die Spitalkosten machen fast 40 Prozent der Gesamtkosten aus.

Wegen der Einführung des Tarmed stellten die Spitäler 2004 ihre Rechnungen verspätet, so dass sie erst 2005 abgerechnet wurden. Ohne diesen statistischen Effekt hätte die Zunahme 2,3 Prozent betragen.

Bei den Spitalkosten mit ihrem Wachstum von 46,5 Prozent (ambulant) und 29,7 Prozent (stationär) seit 2000 will santésuisse anpacken, wie es am Freitag hiess. Die Forderungen an die Politik lauten darum: Leistungsabhängige Finanzierung, Gleichbehandlung aller Grundversicherten mit oder ohne Zusatzversicherung, gleiche Finanzierung von Behandlungen in öffentlichen und privaten Listenspitälern.

(sda)

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