Aktualisiert 16.02.2009 09:30

BERNAtheisten-Plakate: Bald auch in der Schweiz

«Wahrscheinlich gibt es keinen Gott» – Schweizer Atheisten wollen die umstrittene Kampagne aus England nun auch hierzulande lancieren.

von
Deborah Rast

Die atheistische Initiative der britischen Autorin Ariane Sherine provozierte in Grossbritannien einen wahrhaften Plakate-Krieg: «Wahrscheinlich gibt es keinen Gott. Kein Grund zur Sorge – geniess dein Leben», prangt dort derzeit auf 800 Bussen. Letzte Woche holten christliche Vereinigungen zum Gegenschlag aus und verkünden nun – ebenfalls auf Bussen – die Existenz Gottes.

Der britische Plakate-Krieg schwappt nun auf die Schweiz über. Am Samstag beschloss die Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS), die Kampagne zu übernehmen. «Wir wollen damit zeigen, wie absurd religiös gefärbte Botschaften sind, beispielsweise die omnipräsenten Bibelzitate der Agentur C», sagt Reta Caspar, Leiterin der Geschäftsstelle der FVS. Damit wolle man denjenigen Leuten eine Stimme geben, die sich durch die missionarischen Sprüche bedrängt fühlten. «Im Moment suchen wir aber noch Spender», so Caspar.

Die Reaktionen auf die umstrittene Kampagne sind hierzulande unterschiedlich: Die Sprecher der Landeskirchen wollten keinen Kommentar abgeben. Die Christlichdemokratische Volkspartei hingegen nimmts gelassen: «Wir geben keine religiösen Empfehlungen ab, sondern politische», so CVP-Sprecherin Marianne Binder. Eine Plakatschlacht ist trotzdem auch hier zu erwarten: «Wir überlegen uns, eine Gegenkampagne zu lancieren», so EVP-Sprecher Niklaus Hari.

Für ein freies und kritisches Denken

Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz feierte letztes Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Die Vereinigung fördert das freie und kritische Denken – unabhängig von Religion und Politik – und setzt sich für die Trennung von Staat und Religion in der Schweiz ein. Auf ihrer Homepage bietet die Vereinigung praktische Tipps zum Kirchenaustritt. Ebenfalls bieten die Freidenker, alternativ zur Kirche, weltliche Rituale zu Geburt, Heirat und Tod an und kümmern sich um Ältere und Kranke.

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