Aktualisiert 07.05.2012 18:57

Thomas Straubhaar«Athen hat Wahl zwischen Pest und Cholera»

Die Lage Griechenlands ist nach der Wahl vom Sonntag, die sich ganz offensichtlich gegen den bisherigen Sparkurs gerichtet hat, nicht einfacher geworden.

von
whr
Sieht schwarz für Griechenland: Thomas Straubhaar.

Sieht schwarz für Griechenland: Thomas Straubhaar.

Der Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), der Schweizer Thomas Straubhaar, sieht nach der Griechenland-Wahl zwei Lösungswege. Entweder beschliesse Athen den Ausstieg aus Europäischer Union (EU) und Eurozone oder das Land unterstelle sich einer stärkeren Kontrolle der EU, sagte Straubhaar am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Griechenland könne sich also nur «zwischen Pest und Cholera entscheiden».

Bei der zweiten Variante müsste Griechenland immer mehr nationale Autonomie an Brüssel abtreten. Das Schuldenland würde zu einer Art «EU-Protektorat» werden. Entscheide sich Athen dagegen für den Ausstieg aus dem Euro, «wäre dies der freiwillige Sprung über die Klippe». Das Land könnte seine Schulden nicht mehr begleichen. Die EU sei dann auf einfache Weise aus der Pflicht, sagte Straubhaar. Schliesslich habe Griechenland in diesem Fall «freiwillig die Ehe verlassen». (whr/dapd)

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