Olympia 2016: Athlet will mit seinem Stab Geld für Rio sammeln
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Olympia 2016Athlet will mit seinem Stab Geld für Rio sammeln

Athleten aus der Region versuchen im Vorfeld der Olympiade in Rio, mit Crowdfunding an Geld zu kommen. Denn der Grossanlass ist vor allem für Randsportler eine finanzielle Belastung.

von
jd

Stabhochspringer Marquis Richards macht mit einem witzigen Video auf sich aufmerksam, um Geld zu sammeln.

Die Vorbereitungsphase für die olympischen Sommerspiele läuft heiss. Doch wer ab dem 5. August in Rio de Janeiro um Medaillen kämpft, muss zurzeit nicht nur auf sportlicher Ebene überzeugen. Auf der Sportler-Plattform «I believe in you» präsentieren sich Fechter, Kugelstösser und Kraftsportler aus der Region, um ihren Olympia-Traum wahr werden zu lassen. Gesammelt wird für Flüge nach Brasilien, Vorbereitungslager, die Entlöhnung des Trainers oder einen Besuch beim Chiropraktiker.

Besonders ins Auge sticht der Spenden-Aufruf des Baselbieter Stabhochspringers Marquis Richards. Mit einem witzigenVideo bittet er um die Unterstützung von Gönnern. Im Vordergrund des Clips steht dabei sein 5,1 Meter langer Stab, respektive das Rohr, in dem er diesen durch die Weltgeschichte transportiert. «Egal wo man mit diesem Ding ist, alle fragen sich: Was zur Hölle ist das?», erzählt der 24-Jährige. Das «Hauptdarsteller»-Rohr wurde vom Sportler mit viel Liebe zum Detail ins Szene gesetzt. Vor allem ein tierischer Gastauftritt habe viel Zeit in Anspruch genommen. «Am längsten haben wir für die Szene mit dem Pferd gebraucht, weil wir das Pferd Jessie zuerst mit dem Rohr vertraut machen mussten. Ansonsten hätte es übel für mich ausgehen können», so Marquis, der hofft mit seinem Film die Masse zu erreichen.

«Randsportler haben Mühe, Sponsor zu finden»

Denn Olympia sei nebst der sportlichen Herausforderung auch eine finanzielle Hürde, vor allem für Athleten aus Randsportarten. «Als Randsportler hat man es in der Schweiz sehr schwer, sich finanziell so zu arrangieren, damit man optimal trainieren und regenerieren kann», so Richards. Auch Handbiker Tobias Fankhauser, der an den Paralympics im Sommer für die Schweiz antreten wird, kennt die Problematik: «Es ist extrem schwierig Sponsoren aus der Privatwirtschaft zu finden, die einen Einzel-Sportler mit einem sustantiellen Betrag unterstützen.» Der Hölsteiner hat via Crowdfunding bereits 9940 Franken für ein Trainingslager auf Mallorca zusammenbekommen.

Alexander Wäfler von Swiss Olympic bestätigt die Krux mit dem Geld. Man finanziere die Sportler nicht direkt: «Unsere Fördergelder fliessen vor allem in die einzelnen Verbände. Die Höhe der Fördergelder an einen Verband ergibt sich anhand verschiedener Kriterien und ist durch Leistungsvereinbarungen geregelt.» Grössere und erfolgreichere Verbände haben bessere Chancen auf finanzielle Unterstützung. Crowdfunding eröffne den Athleten eine neue, interessante Möglichkeit, selber etwas bewegen zu können.«Es ist eine Tatsache, dass die meisten Schweizer Spitzensportler weit weniger verdienen als der Schweizer Durchschnitt», so Wäfler.

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